Leserbrief: „Von Interessen der Bürger entfernt“

Betrifft: Pläne zur Schließung des Wandhofener Friedhofs und der Trauerhalle, Ortstermin am Rosenmontag.

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass es in der Berichterstattung zum Stand der Dinge in Sachen Friedhof Wandhofen eine kurze Atempause gegeben hat. Diese Pause ist deshalb entstanden, weil die CDU-Fraktion Gesprächsbedarf hatte. Ich habe mich deshalb zwei Mal mit der CDU-Fraktion in den letzten Wochen getroffen, zuletzt am Rosenmontag auf dem Friedhof in Wandhofen.
Wenn ich ein Fazit aus den beiden Gesprächen mit der CDU ziehen sollte, so komme ich zu der Erkenntnis, dass die CDU den Friedhof in Wandhofen überhaupt nicht erhalten will. Diese Treffen mit hatten wohl eher eine Alibifunktion, um nach außen hin zu dokumentieren „wir kümmern uns“, denn hier ging es weniger um eine inhaltliche Diskussion, denn die CDU hatte schon eine vorgefertigte Meinung.
Die CDU hat von Anfang an alle gemachten Vorschläge abgelehnt und ohne eine inhaltliche Prüfung vorgenommen zu haben zerrissen. Gerade der Vorschlag der Dorfgemeinschaft, in die Räume der Trauerhalle ein Trauer-b zw. Kulturcafé einzurichten, wie das andernorts zum Teil schon praktiziert wird, und dieses Gebäude mit einem ausgeklügelten Programm zum Leben zu erwecken, fiel bei der CDU auf keinen fruchtbaren Boden. Dieses Vorhaben kann nach Meinung der CDU nicht von Erfolg gekrönt sein.
Zuletzt hat sich die CDU dann auf die Trauerhalle eingeschossen, da ihrer Meinung nach das Gebäude nicht geeignet sei. Vor allem aber störte sie die Investitionskosten für die Renovierung. Bei dieser Diskussion stellte sich dann auch noch heraus, dass die Bausubstanz noch in Ordnung ist und nur der Mantel erneuert werden müsste. Was die CDU aber nicht davon abgehalten hat, alles wieder gleich schlecht zu reden. Aus ihren Reihen wurde dann gefordert, dass die Dorfgemeinschaft ein fertiges Konzept auf den Tisch legen sollte, wonach sich die CDU richten könnte. Da ja schon alles von der CDU für nicht gut oder für nicht machbar befunden worden ist, habe ich dann vorgeschlagen, dass doch die CDU-Fraktion einmal Vorschläge machen solle, wie der Friedhof in Wandhofen erhalten werden könnte.
Das wurde von der CDU kategorisch abgelehnt mit der Begründung, das wäre ausschließlich Sache der Dorfgemeinschaft, denn die wolle ja etwas. Eine für mich seltsame Aussage. Ich habe immer gedacht, dass die gewählten Ratsvertreter die Interessen der Bürger vertreten würden. Wenn das so ist, dann hat sich die CDU-Fraktion aber meilenweit von den Interessen der Wandhofener Bürger entfernt. Dabei gibt es von der Dorfgemeinschaft doch nur eine Grundforderung, die da heißt: Erhalt des Friedhofs und der Trauerhalle. Und genau dafür brauchen wir die Unterstützung der Politik.
Wobei wir hier genau zu unterscheiden wissen, dass es zum einen um den Erhalt der Friedhofsfläche und, wenn möglich, natürlich auch um den Erhalt der Trauerhalle geht. Wenn beides nicht geht, dann geht eben nur das eine oder das andere. Die Nutzung der Trauerhalle als Veranstaltungsort sollte unter anderem dazu dienen, durch die Mieteinnahmen den Gebührenhaushalt des Friedhofs in Wandhofen wieder auf eine schwarze Null zu bringen.
Wenn die CDU den Wandhofener Friedhof erhalten will, dann sollte sie jetzt ihre Vorschläge machen, damit wir uns in Wandhofen damit auseinandersetzen können. Wenn von der CDU zum Erhalt des Friedhofs keine Vorschläge kommen, dann wissen wir, dass die CDU den Friedhof nicht erhalten will, was mich in meiner Aussage bestätigen würde. Wir warten da gespannt auf die Vorschläge der Politik. Die Dorfgemeinschaft steht jedenfalls zu ihrem Friedhof und ist weiter bereit sich einzubringen.
Dieter Schmikowski,
Sprecher der Dorfgemeinschaft