„Madamfo“ heißt „Freund“

Schwerte. (NO) „Das ist es!“ Als Bernhard Brauckmann, Inhaber des Lackier- und Karosseriezentrums im Gewerbegebiet Nattland, die vielen Berichte über das Hilfsprojekt „Madamfo Ghana“ las, war er sich sicher: Diese und keine andere Organisation wollte er unterstützen.

Unternehmer Bernhard Brauckmann unterstützt jetzt die Hilfsorganisation „Madamfo Ghana e.V.“ von Bettina Landgrafe (r.). Ein spezielles Projekt bekämpft Kindersklaverei am Voltasee. (Foto: Norbert Fendler)

„Uns geht‘s gut…“

„Seit vier Jahren bin ich mit meinem Unternehmen am Adolph-Kolping-Weg 6 ansässig, mir geht es gut, meiner Familie geht es gut. Dieses Glück möchte ich teilen.“ Doch mit wem? „Letztendlich sind wir in Deutschland immer noch sehr reich, manche vielleicht sogar zu reich“, gibt der Unternehmer zu bedenken. „Deshalb habe ich mich entschlossen, ein auswärtiges Projekt zu unterstützen, das Leuten hilft, die wirklich dringend auf Hilfe angewiesen sind.“

Persönlicher Kontakt

Als gebürtiger Hagener kam Brauckmann schließlich mit Bettina Landgrafe, Gründerin und Leiterin des Hilfsprojekts „Madamfo Ghana“ und ebenfalls Hagenerin, in Kontakt. Und war begeistert von ihrem aufrichtigen und mitreißenden Engagement. „Außerdem wollte ich sicher sein, dass die Spendengelder vollständig und sicher dem guten Zweck zukommen“, so Bernhard Brauckmann, der auch deshalb den persönlichen Kontakt gesucht hat.

Selbsthilfe

Madamfo-Leiterin Bettina Landgrafe erklärt: „Hilfe zur Selbsthilfe ist das Motto von Madamfo, was auf Ghanaisch übrigens ,Freund‘ heißt. Hauptziel des Vereins ist es, die Lebensqualität der Menschen in Ghana nachhaltig zu verbessern. Hand in Hand erarbeiten wir mit den Dorfbewohnern Lösungen, die den Wünschen und Bedürfnissen der Bevölkerung entsprechen – vor allem aber helfen wir, die Abhängigkeit zu durchbrechen. Dabei ist ein transparenter Umgang mit Spendengeldern ebenso wichtig wie die Einbeziehung der Bewohner vor Ort.“

Das Leben verändert

Die gelernte Kinderkrankenschwester aus Hagen kam vor zehn Jahren zum ersten Mal nach Ghana, um dort in einer Buschklinik zu arbeiten. Vom ersten Moment an fühlte sie sich in dem afrikanischen Land zu Hause, doch sie ahnte nicht, dass dieser Aufenthalt ihr ganzes Leben verändern würde. Sie begegnete Kranken, die keine Aussicht auf medizinische Versorgung hatten. Kindern, die nicht zur Schule gehen konnten und nicht genug zu essen hatten. Und Frauen, die für ihre Familien Wasser aus dem Fluss holten, das voller Krankheitserreger war.

Vereinsgründung

Die Armut und das Leid dieser Menschen ließen sie nicht mehr los, und so beschloss sie zu helfen. Zurück in Deutschland gründete sie den Verein Madamfo Ghana e. V. – Freunde Ghanas. Mit diesem Verein baut sie heute Schulen und Brunnen, eröffnet Kindern die Chance auf Bildung und entwickelt Selbsthilfe-Projekte, um den Ärmsten der Armen ein menschenwürdiges Leben zu ermöglichen.

Viele Freunde

Rund die Hälfte des Jahres lebt Bettina Landgrafe in Ghana, um sich über die Entwicklung der bereits erfolgreich beendeten Projekte zu informieren, um neue Projekte zu betreuen und Treffen mit Regierungsvertretern und Sponsoren zu organisieren – aber natürlich besucht sie auch eine ganze Menge „Madamfos“, die sie dort gewonnen hat.

Bettina Landgrafe und Mitglieder des Madamfo-Teams in Ghana. (Foto: Madamfo)

Weiße Nana

In den vergangenen Jahren wurde Bettina Landgrafe bereits dreimal von Stern-TV-Teams in Ghana begleitet. Mittlerweile hat sich die 35-Jährige auch als Buchautorin betätigt. In „Weiße Nana“ erzählt sie, warum ein Blick in die Augen der Menschen in Afrika für sie wertvoller ist als alles, was sie in Deutschland je hatte. Und wie es kam, dass ein Dorf der Ashanti sie zur „Weißen Nana“, zu ihrer Königin, machten. Ihr Buch hat im vergangenen Jahr den Leserpreis 2011 in der Kategorie „Sachbuch/Ratgeber“ gewonnen.

Kindersklaven

Neben vielen anderen Hilfsmaßnahmen betreibt Madamfo Ghana auch ein Projekt gegen Kinderhandel am Voltasee. Dort werden schon ganz kleine Kinder als billige Arbeitskräfte an örtliche Fischer verkauft und unter menschenverachtenden Umständen praktisch zu Sklaven gemacht. „Wir wollen den Kreislauf der Armut durchbrechen, damit die Fischer und die Eltern auf den Kinderhandel verzichten können“, erklärt Bettina Landgrafe. Speziell dieses Projekt möchte Bernhard Brauckmann unterstützen – erst einmal für ein Jahr.

5 Euro pro Rechnung

„Von jeder Rechnung, die ein Kunde hier im Lackier-Karosseriezentrum zahlt, gehen 5 Euro voll und ganz an Madamfo“, verspricht der Unternehmer. Darüber hinaus steht in der Firma auch eine „Afrika-Spardose“ für spontane Spenden bereit. Zudem liegen Flyer und Infoblätter über das Hilfsprojekt „Madamfo Ghana e.V.“ aus.

Weitere Infos: madamfo-ghana.de