Mahn- und Gedenkfeier an der alten Synagoge Schwerte

Schwerte. Die Schwerter Friedensinitiative und Pax Christi laden mit Unterstützung des Schwerter Kulturbetriebs ein zur Mahn- und Gedenkfeier am Mittwoch, 9. November 2011, um 19 Uhr mit Kerzen vor der Gedenkstätte „Synagoge“ an der großen Marktstraße.

Eine Gedenktafel erinnert an die Synagoge an der großen Marktstraße. (Foto: Archiv)

Pfarrer i.R. Fritz-Günter Held wird in seiner Begrüßung angesichts gefährlicher rechtsradikaler Tendenzen auf Respekt und Toleranz als Geschenke des Zeitalters der Aufklärung hinweisen. Solches Denken der Aufklärung gelangte über jüdische Philosophen wie Maimonides und islamisch-arabische Philosophen wie Averroes nach Bologna und Paris.

Mit diesem kritischen, an der Vernunft orientierten Denken fand das christliche Abendland seinen Weg aus dem dogmatischen Mittelalter. Anknüpfend an diese jüdischen und islamisch-arabischen Wurzeln der christlichen Kultur haben Denker und Dichter wie Moses Mendelsohn und Gotthold Ephraim Lessing in Preußen den Weg geebnet für eine religiöse Akzeptanz, die die rechtliche Anerkennung der Jüdischen Gemeinden und ihrer Arbeit auch in Westfalen zur Folge hatte.

Voller Stolz wurde von der Jüdischen Gemeinde in Schwerte die Synagoge an der großen Marktstraße repräsentativ gestaltet vom Erbauer des neuen Schwerter Rathauses, dem Architekten Carl Hermann Josef Schmitz. Mit der Machtergreifung der Nazis führten Willkür und Gewalt zur Ausrottung der Jüdischen Gemeinde.

In der anschließenden Gedenkfeier in der St. Viktorkirche wird für die Stadt Schwerte die stellvertretende Bürgermeisterin Ursula Meise das offizielle Grußwort sprechen. Jutta Reiter, die Vorsitzender DGB-Region Dortmund-Hellweg, hält dann die Gedenkansprache zum 9. November2011  am Siebenarmigen Leuchter in der Schwerter Marktkirche.