Marktstreit schwelt weiter – Ist die Neuausschreibung rechtens?

Für die Stände der Markthändler wird es ab Sommer deutlich weniger Platz geben. Das wollen sich die Händler nicht bieten lassen und haben die Interessengemeinschaft Wochenmarkt gegründet. Deren Sprecher ist Markus Spanell, hier vor seinem Stand gegenüber dem ehemaligen Ruhrtal-Museum. Auch ein Anwalt wurde eingeschaltet. (Foto: NO)

Schwerte. (NO) Deutlich weniger Platz für die Markthändler ab Sommer, mehr Platz für die Außengastronomie. Das werden die Folgen der Neuausschreibung der Stadt Schwerte für die künftige Organisation des Schwerter Wochenmarkts sein. Dementsprechend sauer sind die Händler, von denen sich etliche in ihrer Existenz bedroht sehen.
Im Juni endet der Vertrag zwischen der Stadt und der Markthandel Schwerte GmbH, die den Markt seit 1999 betreibt. Ein neuer Vertrag soll nun auch anderen Betreibern die Möglichkeit bieten, auf dem Markt Präsenz zu zeigen. Die „alten“ Händler jedoch fühlen sich nun von der Stadt übergangen, die neue Ausschreibung sei „von oben herab“ vollzogen worden. Im Raum steht der Eindruck, dass die Stadt die Belange der Gastronomen stillschweigend über die der Markthändler stellt.

30 Prozent weniger Platz

Um sich zur Wehr zu setzen, gibt es nun die Interessengemeinschaft Wochenmarkt. Deren Sprecher ist Markus Spanell, der gegenüber dem ehemaligen Ruhrtal-Museum seinen Grillspezialitäten- und Grillwürstchenstand betreibt. „Gemäß der Neuausschreibung wird es in Zukunft 30 Prozent weniger Platz für uns Markthändler geben, und 25 Händler werden wohl gar keinen Platz mehr finden“, ist Spanell empört. „Dabei sollten die Marktstunden für die Gastronomie doch kein Problem sein, es gibt ja in der Woche nur wenige Stunden Überschneidung. Und Hochkonjunktur mit den Stühlen draußen ist ja nur im Sommer und im Herbst.“
Könnte man dann nicht einen Kompromiss mit der Marktgastronomie aushandeln? Markus Spanell sieht da keine Möglichkeiten mehr. „Wir haben in der Vergangenheit ja bereits Platzzugeständnisse gemacht. Jetzt sind wir schon länger nicht mehr im Dialog.“

Gesprächsbereit

So schwelt der Marktstreit weiter. Mittlerweile haben die Händler einen Anwalt eingeschaltet. Jürgen Volbracht wird deren Interessen vertreten. Außerdem hat sich Markus Spanell in einem Schreiben an die Fraktionen gewandt mit der Frage, wie denn die Entscheidung zur den Bedingungen der Neuausschreibung zustande gekommen ist. Anwalt Volbracht seinerseits möchte wissen, ob denn die Neuausschreibung in der vorliegenden Form überhaupt rechtens ist. Ansonsten zeigt er sich gesprächsbereit.
„Sinnvoll wäre es, sich erst einmal mit den Verantwortlichen der Stadt an einen Tisch zu setzen“, erklärte er auf Anfrage. Ebenso sinnvoll sei es, langfristig ein vernünftiges Marktkonzept zu erarbeiten, mit dem Händler und Gastonomen gut leben können. Bis dahin sei es besser, den Status Quo beizubehalten.