Massentierhaltung erreicht Schwerte

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Schwerte. (Red.) Ausgerechnet in einem der idyllischsten Naherholungsgebiete in Schwerte wird die erste Massentierhaltungsanlage im Südkreis Unna geplant, empören sich die Grünen. „Das muss die Untere Landschaftsbehörde auf den Plan rufen. Zu den bereits vorhandenen 2000 Schweinen und Ferkeln sollen noch einmal 1800 Schweine für die Mast hinzukommen“, so Friedrich Ostendorff, MdB der Grünen. „Da kommt man um eine Umweltverträglichkeitsprüfung nicht herum.“

Wie „aus verlässlichen Quellen berichtet wird“, so die Grünen, gibt es konkrete Planungen, eine auf dem Bürenbruch bestehende Mastanlage in der Größe zu verdoppeln. Der Kreis als Genehmigungsbehörde habe bereits einen Termin anberaumt.

„Schwerte ist immer noch von der bäuerlichen Landwirtschaft geprägt. Wir haben tatsächlich gehofft, Schwerte würde von der industriellen Mast verschont. Aber damit wird die Massentierhaltung endgültig auch Schwerte erreichen“, meint Andrea Hosang, Kreistagsmitglied und Spitzenkandidatin der Grünen in Schwerte.

Gespräch im Rathaus

Der Ergster Landwirt, der laut den Grünen seinen Betrieb vergrößern möchte, mag dieses Ansinnen nicht in Abrede stellen, konkrete Planungen lägen jedoch noch nicht vor. Ein Gespräch zu diesem Thema soll im Mai im Rathaus stattfinden. Denn die Stadt Schwerte muss bei einem Verfahren nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz beteiligt werden.

Jede Menge Gülle

Massentierhaltungsanlagen stehen massiv in der Kritik. Nicht nur Tierschützer mahnen immer wieder eine artgerechte Tierhaltung an, weil in diesen Anlagen einem 100kg-Schwein nur 0,9qm Raum zum Leben unter künstlichem Licht gewährt werden. Auch die Umweltschützer laufen Sturm gegen eine massive Beeinträchtigung von Boden, Grundwasser und Pflanzenwelt. Der deutsche Landwirtschaftsverband rechnet mit einem Gülleaufkommen von 1,5 Quadratmeter pro Mastplatz pro Jahr. Dies macht bei einer Anzahl von fast 4000 Schweinen eine Güllemenge von 500.000 Litern pro Monat.

Die massenhaft anfallende Gülle wird auf Felder der Umgebung gebracht. Das stinkt nicht nur erbärmlich, sondern lässt artenreiche Wiesen verschwinden und auf den Feldern Maiswüsten entstehen. Die natürliche Pflanzen- und Bachwelt der Umgebung nimmt Schaden und wird verändert.

Naturgefährdung

„Brisant wird das Ganze auch vor dem Hintergrund, dass sich unweit nördlich das Naturschutzgebiet Elsebachtal befindet. Wir sehen dieses durch die zufließenden Bachläufe erheblich gefährdet. Die Qualität des Naherholungsgebietes Bürenbruch wird leiden“, so Andrea Hosang.

Die Grünen in Schwerte und im Kreis werden die weiteren Planungen und das Genehmigungsverfahren kritisch verfolgen – auch wegen der multiresistenten Keime, die in der Abluft nicht ausbleiben.

Maximilian Reinert, Ortsverbandssprecher der Schwerter Grünen: „All diese Gründe lassen uns bei dem Gedanken an eine Schweinemastanlage in Schwerte keine Ruhe. Mit uns wird es so eine Schweinerei nicht geben und wir hoffen, dass wir die Bürger und Bürgerinnen auf unser Seite haben.“