Mehr Flüchtlinge in Schwerte

Schwerte. (NO) Immer mehr Flüchtlinge strömen nach Europa, nach Deutschland, nach NRW. Die Folgen werden auch in Schwerte spürbar. Deshalb muss in Villigst ein weiteres Übergangsheim eingerichtet werden.

Über die Pläne der Stadt Schwerte, auf den steigenden Zustrom zu reagieren, informierten jetzt im Rathaus der erste Beigeordnete und Fachbereichsleiter Hans-Georg Winkler, Charlotte Schneevoigt, Fachdienstleiterin Familie, Jugend und Soziales, und Martina Keitel, Bereich soziale Hilfen. Winkler: „Wir müssen uns darauf einstellen, dass immer mehr Menschen in Not zu uns kommen, die nach dem so genannten Königssteiner Schlüssel auf die Kommunen verteilt werden. Das bedeutet für die Stadt Schwerte auch steigende Ausgaben, denn das Land begleicht nur einen kleinen Teil der Kosten.“

„Liliput“ wird neues Heim

2013 wurden in NRW rund 127.000 Flüchtlinge aufgenommen, in diesem Jahr sind es etwa 200.000 sein, Tendenz steigend. Zwei Unterkünfte gibt es in Schwerte: Das Übergangsheim Zum großen Feld mit 85 Bewohnern auf Zeit aus 27 Nationen sowie die Wohnungslosenunterkunft an der Regenbogenstraße, wo zur Zeit 42 Flüchtlinge untergebracht sind. Beide Gebäude sind nahezu komplett belegt, doch Schwerte muss laut Schlüssel noch weitere Zureisende aufnehmen.

Zum 1. Oktober bezugsfertig

„Deshalb wird der ehemalige Kindergarten Liliput an Schröders Gasse 9 nun als neue Flüchtlingsunterkunft dienen. Das ansonsten schon lange leer stehende Gebäude wurde bisher vom Theater am Fluss genutzt, doch nach einvernehmlichen Gesprächen wird die Gruppe nun das Objekt bis zum 31. August räumen“, so Hans-Georg Winkler.

Im Rahmen der Renovierung werden auch die elektrischen Leitungen und Sanitäranlagen hergerichtet. Der Stadt entstehen Umbaukosten von 60.000 Euro. Bis zu 25 Personen soll das neue Übergangsheim in Villigst Platz bieten. Es wird zum 1. Oktober bezugsfertig sein.

Nächste Stufe

Für alle in Schwerte aufgenommen Flüchtlinge zahlt die Schwerte schon jetzt rund eine Million Euro im Jahr – Lebensunterhalt, Krankenversicherung etc. Besonders im Krankheitsfall können hohe Kosten anfallen. So schlug allein ein Notfall, bei dem eine Luftrettung erforderlich war, mit rund 50.000 Euro zu Buche.

Da nicht abzusehen ist, dass die Flüchtlingsströme versiegen – es kommen eher noch mehr Menschen in Not – wird sich auch Schwerte beizeiten auf die „nächste Stufe“ einstellen müssen. Dazu gehört laut Winkler die Bereitstellung von weiteren Flüchtlingsunterkünften. „Das können leerstehende Klassenräume, aber auch Turnhallen sein.“