Mein Freund, der Weihnachtsmann

Schwerte. (NO) Zwischen Kartoffeln und Ananas, Äpfeln und
Roter Beete lässt der Weihnachtsmann grüßen. Viele gerahmte Fotos zeigen ihn wie
aus dem Bilderbuch – mit weißem Rauschebart in vielerlei prachtvollen Kostümen.

Auf allen Fotos an seiner Seite: Markthändler Klaus-Peter Ullrich. In der
Adventszeit hat der 66-Jährige seinen Obst- und Gemüsestand vor St. Viktor zum
Ausstellungsort gemacht und zeigt allen Käufern und Passanten gern die Fotos von
ihm mit dem Weihnachtsmann: Dokumente einer seit 27 Jahren währenden
Freundschaft.
Als Klaus-Peter UIlrich 1989, im Jahre des Mauerfalls, in Ostberlin das
legendäre Kaufhaus des Westens (KaDeWe) betrat, begegnete er einer prachtvoll
gekleideten, hochgewachsenen Gestalt. Der Weihnachtsmann wie er leibte und
lebte. „Eine imposante Erscheinung, würdevoll, mit tiefer Stimme und enormer
Ausstrahlung“, erinnert sich der Markthändler an die erste Begegnung.
Er sprach ihn an, sagte, dass er ihn noch aus Kindertagen kenne. Der
Rauschebart schmunzelte und hatte ein offenes Ohr. Man verstand sich. Seitdem
stattet Klaus-Peter Ullrich dem Weihnachtsmann, der mit bürgerlichem Namen Peter
Georgi heißt, jährlich am zweiten Adventwochenende in Berlin einen Besuch ab und
lässt sich mit ihm fotografieren. In diesen 27 Jahren sind Ulrich und der
Weihnachtsmann Freunde geworden.
Leider hat auch der Weihnachtsmann heutzutage keinen krisensicheren Job mehr.
Klaus Peter Ullrich: „Seit zwei Jahren muss mein Freund Peter Georgi seine
Weihnachtsauftritte in den Potsdamer-Platz-Arkaden absolvieren. Dem KaDeWe wurde
er zu alt. Doch damit hat das berühmte Kaufhaus deutlich an Glanz verloren.“

Natürlich bedauert der Markthändler, dass man den Weihnachtsmann abgeschoben
hat. Den Weihnachtsmann vor die Tür setzten – das tut man einfach nicht. Doch
dass er ihn auch in Zukunft an jedem zweiten Adventswochenende in Berlin
besuchen wird, ist ausgemacht – und Ehrensache.