„Missionar auf Zeit“ in Bolivien

Von Martin Krehl

Vor einigen Tagen flog Thorben Prünte, 18, als „Missionar auf Zeit“ nach Bolivien, wo er ein Jahr in einem Kinderheim arbeiten wird. (Foto: Krehl)
Vor einigen Tagen flog Thorben Prünte, 18, als „Missionar auf Zeit“ nach Bolivien, wo er ein Jahr in einem Kinderheim arbeiten wird. (Foto: Krehl)

Schwerte. Mit Basecap und modischem schwarzen Ohrstecker unterscheidet sich Thorben Prünte kaum von jungen Männern in seinem Alter. Dass der 18jährige FBG-Abiturient in der Vergangenheit schon viel Freizeit und Talent der Kirche und seinem Glauben gewidmet hat, ist schon etwas Besonderes. Jetzt ist Thorben Prünte „Missionar auf Zeit“ und arbeitet für ein Jahr in einem Kinderheim – in Bolivien.

Mit zwei gleichaltrigen jungen Frauen aus Wickede und Mainz ist Prünte vor einigen Tagen in Richtung Südamerika losgeflogen. Bei den Schwestern der heiligen Maria Magdalena Postel in Bestwig im Sauerland und in Heiligenstadt hat sich der junge Schwerter intensiv auf die Zeit in der 600.000-Einwohner-Stadt Cochabamba vorbereitet. Spanischunterricht hat er am Friedrich-Bährens-Gymnasium genossen.

Gut gerüstet

„Ich fühle mich gut ausgerüstet für die Aufgabe“, gibt sich Thorben Prünte zuversichtlich. „ Ich habe Praktika in Kindertagesstätten und auf dem Sonnenregen-Reiterhof gemacht.“ Zudem will Prünte auf seine Erfahrungen aus der Leitung der Messdiener an St. Marien und der Jugend-Band der Gemeinde zurückgreifen. Dass er nach dem Abitur nicht gleich studieren oder eine Ausbildung beginnen wollte, war für ihn schon  lange klar: „Mein Berufswunsch steht auch noch gar nicht fest“.

Cochabamba liegt auf 2500 Meter Höhe, das werde zunächst die größte Umstellung, meint Prünte. In dem Heim Casa de Ninos Cristo Rey, das eine Deutsche leitet, wird er mit Kindern inhaftierter Eltern zu tun haben. „Die medizinische Versorgung in Bolivien ist schlecht, ich habe jede Menge Impfungen bekommen,“ erzählt Prünte. Sonst mache er sich um seine Sicherheit eher weniger Sorgen. „Gerade sind schon zwei junge Missionarinnen auf Zeit dort, die wir ablösen. Mit denen haben wir uns schon per Skype unterhalten. Wir wissen also schon gut Bescheid“.

Helfend eingreifen

Die jungen Missionare auf Zeit, die der Orden aus Bestwig in vier verschiedene Länder in Südamerika und Afrika schickt, sollen nicht klassisch missionieren. „In Bolivien sind die meisten Menschen natürlich katholisch,“ sagt Prünte. Es gehe darum, helfend in die christlich-katholische Erziehung der Kinder miteinzugreifen. Einrichtungen des Ordens, die unterstützt werden, gibt es auch in Brasilien und Mozambique. Dahin zog es Thorben Prünte nicht, denn da hätte er nur ein halbes Jahr bleiben dürfen – „wenn schon, denn schon “. Außerdem kann er kein Portugiesisch.

Die Generaloberin des Ordens, Schwester Maria Thoma Dickow, sagt: „Es ist so schön zu erleben, dass die jungen Leute die Welt nicht nur als Touristen entdecken, sondern für andere Menschen da sein wollen. Das ist eine Ermutigung für uns Christen hier in Deutschland“.