Nachholbedarf für den sozialen Wohnungsbau

Schwerte. (Red.) Eine gemeinsame Erklärung zum Thema „Sozialer Wohnungsbau“ gaben jetzt Vertreterinnen und Vertreter der im Rat vertretenen Fraktionen von CDU, SPD, der Grünen, der Linken sowie der FDP im Rathaus ab. Nicht dabei waren Vertreter der WfS. Anwesend waren Angelika Schröder, SPD-Fraktionschefin, der SPD Stadtverbandsvorsitzende Heinz Haggeney, CDU-Fraktionschef Marco Kordt, die Fraktionsspitzen der Grünen, Andrea Hosang und Bruno Heinz-Fischer sowie Mechthild Kayser von den Linken. Für die Verwaltung waren Erster Beigeordneten Hans-Georg Winkler und Stadtplaner Adrian Mork dabei.
Hintergrund des Treffens ist der Kauf des 22.000 Quadratmeter großen Grundstücks am Rosenweg in Holzen durch die Gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft (GWG). Politik und Verwaltung, wünschen sich dort eine gemischte Nutzung vor allem in Hinblick auf die stark abnehmenden Zahlen im sozialen Wohnungsbau. Es ginge nun darum, einen gemeinsamen Weg zu finden. Angedacht ist eine Art runder Tisch, der Verwaltung, Politik und generell Investoren und Wohnungsbaugenossenschaften zusammenbringen könnte.

Alarmierende Zahlen

„Öffentlich geförderter Wohnraum ist knapp in Schwerte“, so der gemeinsame Tenor der Ratsfraktionen CDU, SPD, Die Grünen, Die Linke sowie der FDP, die zu diesem Thema eine gemeinsame Erklärung vorlegten. Zudem laufen immer mehr Belegungsbindungen in den nächsten Jahren aus. Nach Angaben der Stadtverwaltung stehen in den nächsten fünf Jahren 224 Wohnungen nicht mehr zur Belegung zur Verfügung. In den nächsten 15 Jahren sind es sogar über 760 Wohnungen, die ihre Belegungsbindung verlieren. Umgekehrt besteht aber erheblicher Bedarf von Wohnraum im Rahmen des sozialen Wohnungsbaues.

Auf der Warteliste

Auf der städtischen Warteliste stehen in den letzten Jahren gleichbleibend rund vierhundert Personen, die öffentlich geförderte Wohnungen nachfragen. Die Nachfrage nach Wohnraum, der zudem noch bezahlbar ist, durchzieht dabei alle Bevölkerungsgruppen: Für junge Wohnungssuchende wird die Suche nach finanzierbaren Wohnmöglichkeiten zunehmend schwieriger. Aber auch bei den älteren Bürgerinnen und Bürgern und bei Wohnungssuchenden mit geringem Einkommen nehmen die Ängste vor nicht mehr bezahlbarem Wohnraum und auch dem Verlust des sozialen Umfeldes zu.

Appell an Genossenschaften

Für Schwerte sei daher eine aktive soziale Wohnungsbaupolitik wichtig, um den benannten Verlusten in den nächsten Jahren entgegenzuwirken. Politik und Verwaltung appellieren deshalb insbesondere an die Schwerter Wohnungsbaugenossenschaften, in diesem Sinne alle erdenklichen Wohnungsbauaktivitäten zu entwickeln, um die Lücke von Sozialwohnungen zu schließen. Der Rat der Stadt Schwerte sei bereit, die wohnungswirtschaftlichen Erfordernisse aufzugreifen und gemeinsam mit den Wohnungsbaugenossenschaften zu lösen.