Negativrekord im Schwerter Tierheim

Westhofen. (NO) „Zehn ausgesetzte Katzen vor unserer Tür allein in der letzten Woche“, das ist die traurige Bilanz, die Tierheimleiterin Bettina Stierstorfer zieht. Auch ihre Mitarbeiterinnen Roswitha und Catharina Seelig können angesichts dieses Negativrekords nur den Kopf schütteln. Gleich kartonweise wurden die nicht mehr geliebten Samtpfoten Mitte Juni 2012 quasi bei Nacht und Nebel „entsorgt“. Die Katzennotstation, die der Tierschutzverein wegen der Umbaumaßnahme am Tierheim betreibt, ist nun mit einem Schlag voll.

Ausgaben ausgeblendet

„Leider haben sieben der Tiere auch noch einen Herpesinfekt der Augen, der jetzt erst mal behandelt wird“, so Stierstorfer. „Leider schaffen sich viele Leute immer noch unüberlegt eine Katze an. Natürlich sind Katzenbabys niedlich. Doch wenn die Tiere geschlechtsreif werden und sie kastriert werden müssen, fangen die Ausgaben an. Und das ist für manche Menschen schon zu viel!“, klagt die Tierheimleiterin.

Platzmangel

Problematisch ist zudem, dass die Tierheime in den Nachbarstädten wegen Platzmangel momentan keine Abgabetiere, sondern nur noch Fundtiere aufnehmen. „Wir in Schwerte versuchen immer, auch alle Abgabekatzen aus Schwerte zeitnah aufnehmen, doch man kann nicht noch generell die Tierschutzaufgaben der großen Nachbarstädten mit erfüllen“, so Catharina Seelig, die Schriftführerin des Tierschutzvereins Schwerte und Umgebung.

Kein Kavaliersdelikt

Das Aussetzen von Tieren ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Ordnungswidrigkeit. Gemäß Tierschutzgesetz kann dafür eine hohe Geldstrafe verhängt werden. Kommt das Tier dabei zu Schaden und wurde das bewusst in Kauf genommen, wird das Aussetzen als Straftat geahndet.

Es geht voran

Es gibt dieser Tage aber auch Erfreulicheres vom Tierheim zu berichten. Obwohl zeitmäßig rund vier Wochen im Rückstand, schreiten die Bauarbeiten am neuen Bauwerk voran. Das aus Spenden finanzierte Gebäude wird, wie bereits berichtet, doppelt so groß wie das alte Tierheim und bietet hinsichtlich der artgemäßen Haltung etliche Möglichkeiten. „Die Aufnahmekapazität für Katzen wird sich verdoppeln“, freut sich Catharina Seelig. Außerdem wird es eine Quarantänestation für Hunde geben, Kleintiere wie Meerschweinchen oder Kaninchen können in Gruppen gehalten werden. Und nicht zuletzt können sich die Tierheim-Aktiven über einen großen Empfangsbereich, einen Personalraum und ein Ärztezimmer freuen.

Die Eröffnung des neuen Schwerter Tierheims „Am Gartenbad“ soll am 25. August mit einem großen Sommerfest gefeiert werden. Ebenfalls ein Grund zum Feiern ist das 60-jährige Bestehen des Tierschutzvereins.