Neue Einsichten durch altes Pfarrer-Buch?

Schwerte. (NO) Der Förderverein Ruhrtalmuseum hat dem Stadtarchiv Schwerte ein Buch gestiftet – was noch keine Sensation ist. „Nach der Sichtung versprechen wir uns jedoch eine Bereicherung für die Stadtgeschichte“, hofft Museums-Mitarbeiter Christopher Wartenberg. Historisch wertvoll macht das Büchlein die vielen handgeschriebenen Notizen eines Schwerter Pfarrers aus dem 19. Jahrhundert, verfasst in winziger, penibler und für heutige Zeitgenossen gar nicht so einfach lesbarer Handschrift.

Das Werk mit dem etwas sperrigen Titel „Vier Sendschreiben über die Bekenntnißschriften der evangelischen Kirche. Eine Beleuchtung der von 17 Pfarrern der Kreis-Synode Dortmund über diesen Gegenstand öffentlich ausgesprochenen Grundsätzen“ aus dem Jahre 1837 wurde von drei Schwerte Pfarrern herausgegeben: Pfarrer Niepmann, Nachfolger von Hofrat Bährens, Pfarrer Schütte, dessen Grab noch heute im Stadtpark zu sehen ist, und Pfarrer Graeve. Es beleuchtet, wie der Titel sagt, den Dialog zwischen den Pfarrern im Raum Iserlohn-Schwerte-Dortmund über die Bekenntnisschriften der evangelischen Kirche der 1830er Jahre. Pfarrer Graeve hat das knapp 100-seitige Buch mit zahlreichen Notizen und Anmerkungen bereichert, die es nun auszuwerten gilt.

Vom Kunsthändler angeboten

Das Buch befand sich zuletzt im Besitz eines Wuppertaler Kunsthändlers, der beim Stadtarchivar Udo Bleidick nachfragte, ob es für Schwerte von Interesse sei. Durchaus, befand der Förderverein Ruhrtalmuseum und erwarb das Exemplar für günstige 160 Euro.

„Vieles deutet darauf hin, dass sich hiermit ein einzigartiger Einblick in die theologische Gedankenwelt eines Schwerter Pfarrers des 19. Jahrhunderts bieten wird“, so Christopher Wartenberg. Das Vorwort des „Pfarrer-Buchs“ endet mit den Worten: „Prüfet Alles, und das Gute erhaltet! – Schwerte, im September 1836.“