Neue Orgel für St. Viktor

Kantor Klaus Irmscher, Pfarrerin Kristina Ziemssen und Volker Kotte, Vorsitzender des Orgelbauvereins (v.l.), freuen sich auf die neue Kirchenorgel in St. Viktor. Doch noch fehlen 130.000 Euro. Ein „Spendenpuzzle“ – ein Puzzleteilchen symbolisiert den Wert von 500 Euro – zeigt den Stand des Spendenaufkommens an. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) „Die Schwerter Hansekaufleute haben für St. Viktor seinerzeit den wundervollen Antwerpener Schnitzaltar gestiftet, jetzt haben die Bürger der Hansestadt rund 500 Jahre später die Gelegenheit, unsere Kirche um eine herrliche Orgel zu bereichern!“. Volker Kotte, Vorsitzender des Orgelbauvereins, freut sich schon auf den Moment, an dem das lang begehrte Instrument in St. Viktor erklingen wird. Seit langem schon plant die Evangelische Kirchengemeinde Schwerte die Anschaffung einer neuen Orgel. Denn das jetzige fünfregistrige Orgel-Positiv ist vor über 15 Jahren als Notbehelf aufgestellt worden und für gottesdienstliche und konzertante Musik viel zu klein.

1763 Pfeifen

Jetzt hat das Presbyterium den Entschluss gefasst, die Orgel in Auftrag zu geben. Dieser Tage wird der Kaufvertrag abgeschlossen. Das neue Instrument hat mit ihren 27 Registern 1763 Pfeifen, wobei die kleinste gerade einmal vier Zentimeter lang ist, während die größte Pfeife 4,90 Meter misst. Gesamtgewicht: rund fünf Tonnen. Die Orgel soll im Anschluss an die Innenrenovierung von St. Viktor Mitte nächsten Jahres aufgestellt und nach Abnahme durch den Orgelsachverständigen der Westfälischen Landeskirche im Rahmen einer Festwoche mit Dankgottesdienst, Konzerten und Orgelführungen eingeweiht werden.

Orgelpatenschaften

Die Kosten der Orgel, die fast ausschließlich durch Spenden finanziert werden muss – Kirchensteuermittel stehen dafür nicht mehr zur Verfügung – betragen 510.000 Euro. Davon hat der Orgelbauverein St. Viktor unter Vorsitz von Volker Kotte (zuvor Dr. Stracke) bereits den größten Teil durch Spenden sammeln können. 130.000 Euro fehlen noch, die durch den symbolischen Erwerb von Orgelpfeifen in Form von Orgelpatenschaften zusammengetragen werden müssen. Dabei hofft die Kirchengemeinde auf die Großzügigkeit der Schwerter Bürger, Institutionen und Unternehmen, um die Marktkirche mit einem angemessenen Orgelinstrument ausstatten zu können.

Über dem Eingang

Die neue Orgel wird ihren Standort über dem Haupteingang auf einer Empore finden, die zugleich als Dachelement des neu gebildeten Windfangs dienen wird. Ein Lichtschacht hinter der Orgel versorgt den neuen Windfang mit Licht und ermöglicht so einen Blick auf das Westfenster des Künstlers Wilhelm Buschulte. Eine intensive Ausleuchtung dieses Fensters sorgt dafür, dass es bei Dunkelheit gut vom Markt aus zu sehen ist.

Namhafter Orgelbauer

Mit dem Neubau der neuen Orgel wird die Orgelbauwerkstatt Daniel Kern aus Straßburg beauftragt. Dieser Orgelbauer hat sich einen weltweiten Ruf geschaffen durch zahlreiche Restaurierungen historischer Orgeln, so zum Beispiel von Silbermann aus dem 18. Jahrhundert, und durch Neubauten in Europa, Amerika und selbst in Japan. Öffentliche Aufmerksamkeit erhielt Manufaktur Kern durch den Bau der neuen Orgel für die Frauenkirche in Dresden.

Benefiz-Veranstaltung

Das Projekt der neuen Orgel wird am Mittwoch, 3. Oktober 2012, um 11 Uhr in einer Benefiz-Veranstaltung inklusive Konzert in St. Viktor Kirche der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort wird auch ein „Spendenpuzzle“ zu sehen sein, auf dem das Bild der Orgel dem Spendenaufkommen entsprechend nach und nach durch 300 Puzzleteile vervollständigt wird. Ein Teil entspricht der Summe von 500 Euro.

Mit der neuen Orgel wird ein weiteres Kunstobjekt für die Viktor Kirche geschaffen, das für die nächsten Generationen im Kirchenraum erklingen soll. Geplant ist der Einbau des Instruments im Sommer 2013.