Neue Vorlese-Paten für Schwerter Senioren

Schwerte. (saz) Abwechslung im Alltag der Bewohner von drei Schwerter Seniorenheimen soll ein generationsübergreifendes Vorlese-Projekt bieten. In Kooperation mit der Stiftung Lesen hat die Stadt Schwerte nun bereits zum vierten Mal an einem Seminartag Schüler zu Vorlese-Paten ausgebildet. Insgesamt 27 junge Vorleser von der Gesamtschule, der Eintrachthauptschule und dem Friedrich-Bährens-Gymnasium haben teilgenommen.

„Bücher schlagen Brücken – Jung und Alt im Gespräch“ – so heißt das Motto des Projekts. Es soll nicht nur darum gehen, den Senioren etwas vorzulesen. „Ihr sollt nicht einfach das Buch zuklappen und dann bis nächsten Monat, sondern mit den Zuhörern ins Gespräch kommen“, betont die Seminarleiterin Sabine Schmidt-Rosner von der Stiftung Lesen. Deswegen sei es auch wichtig, dass die Schüler gut vorbereitet werden, bevor sie in die einzelnen Einrichtungen gehen. Dazu hatte Schmidt-Rosner verschiedene Übungen vorbereitet, die sich um das Vorlesen aber auch um Gespräche mit Senioren drehten.

Freude am Engagement

Um schon einmal ein Gefühl für die Einrichtung zu bekommen, wurden die Teilnehmer vor Beginn des Seminars durch das Johannes-Mergenthaler-Haus geführt. „Das ist eins der schönsten Altenheime in Schwerte“, begeisterte sich die 14-jährige Lea Stehling von der Gesamtschule. Sie möchte gerne nach der Schule in die Sozialpädagogik und freute sich deshalb besonders über die Möglichkeit, schon einmal in diesen Bereich hereinschnuppern zu können.

Interesse am sozialen Engagement war vermutlich für alle Beteiligten ein wichtiger Beweggrund, an dem Seminar teilzunehmen. „Es ist toll, sich einzusetzten und damit auch Gutes zu tun“, erzählte die 16-jährige Vanessa Schramm von der Eintrachthauptschule. Ihre ebenfalls 16-jährige Freundin Khadijah Fischer stimmte ihr zu und fügte hinzu: „Für die Senioren ist das auch langweilig, wenn den ganzen Tag nichts los ist. Die freuen sich bestimmt über ein wenig Abwechslung.“ Insgesamt schwang vor der Veranstaltung viel Neugierde aber auch eine gewisse Aufregung mit.

Doch nicht nur die Schüler waren aufgeregt und neugierig, auch die Lehrer freuten sich auf die Erfahrung. „Ich bin dieses Jahr zum ersten Mal dabei und bin schon sehr gespannt“, sagte Annabell Goos, die mit fünf Schülerinnen von der Gesamtschule gekommen war.

Neue Erfahrungen

Seminarleiterin Schmidt-Rosner von der Stiftung Lesen freute sich besonders über den Zuspruch durch männliche Teilnehmer. Mit Benigo-Luciano Troiano (15), Stefan Walczak (14), Paul David Hoffmann (14) und Simon Gabriel Metten (14) vom Friedrich-Bährens-Gymnasium nehmen insgesamt vier Jungs an dem Seminar teil. „Es ist mal was anderes“, sagen sie alle. Sie finden es interessant, neue Erfahrungen zu sammeln und von den Erfahrungen der älteren Mitmenschen zu profitieren. Auch für sie hatte das soziale Engagement einen besonderen Stellenwert.

Von dem Vorlese-Projekt profitieren beide Generationen, Jung und Alt. Darauf weist Anke Skupin von der Stadt Schwerte hin: „Die älteren Bewohner freuen sich darüber, dass junge Menschen ihnen vorlesen und die Schüler können sich einen Landesnachweis über das Ehrenamt vom Bürgermeister erarbeiten.“ Dazu müssen sie ein Jahr lang regelmäßig in einer der drei Einrichtungen vorlesen.