Ökumenische Zentrale Schwerte

Hand in Hand für eine vielseitige Altenarbeit im Südkreis: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ökumenischen Zentrale vor dem Grete-Meißner-Zentrum. Von Anfang an dabei sind Iris Lehmann, Leiterin der ökumenischen Zentrale (4.v.l.), und Caritas-Vorstand Frank Josef Chrosnik (5.v.l.). Unter anderem auch mit im Boot ist Pfarrer Klaus Inhetveen (r.). (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) „Wie Feuer und Wasser sich bei den Karl-May-Festspielen in Elspe auf der Bühne ergießen, so stürzen sich in Schwerte die beiden Kirchen ins gemeinsame Abenteuer!“ Mit diesen dramatischen Worten beschrieb Pfarrer Riepe damals das Zusammenwirken der katholischen Caritas und der evangelischen Diakonie. Längst ist aus dem zunächst auf drei Jahre befristeten „Experiment“ eine feste Einrichtung geworden.

Seit zwei Jahrzehnten stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Ökumenischen Zentrale den Menschen im Südkreis bei allen Fragen rund ums Älterwerden mit Rat und Tat zur Seite. Ganz gleich, ob es um den Umbau der Wohnung, die Vermittlung von Pflegekräften oder die Freizeitgestaltung geht – bei der Ökumenischen Zentrale finden Menschen aus Fröndenberg, Holzwickede, Schwerte und Unna einen Ansprechpartner. Jetzt feiert die Einrichtung ihr 20-jähriges Bestehen.

Die Anfänge

Mit 39 Mitarbeitern nahm die Ökumenische Zentrale vor 20 Jahren ihren Dienst auf, damals auch noch mit Angeboten der Jugend- und Familienhilfe. Iris Lehmann, Leiterin der Ökumenischen Zentrale, erinnert sich an die Anfänge: „Der Gedanke der Ökumenischen Zentrale war es, alle niedrigschwelligen Angebote der Alten- und Jugendhilfe in einer zentralen Anlaufstelle zu vereinen“. Um dies zu erreichen, bündelten die katholische Caritas und die evangelische Diakonie ihre Hilfsangebote in einer bundesweit einmaligen GbR: der Ökumenischen Zentrale.

Zwei Bereiche

Das gemeinsame Angebot der beiden Sozialverbände entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Anlaufstelle für die Menschen im südlichen Kreisgebiet. Aufgrund der großen Nachfrage entschlossen die Träger sich im Jahr 2003, das Angebot zu spezialisieren und trennten die Bereiche Jugend- und Altenhilfe in zwei eigenständige Komplexe: Das Schwerter Netz übernahm den Bereich Jugend- und Familienhilfe, während die Ökumenische Zentrale weiter den Bereich der Altenhilfe verantwortete. Heute arbeiten 65 haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeiter in der Zentrale und entwickeln das Angebot beständig weiter. „Uns ist es wichtig, für die Menschen da zu sein, die sonst kaum Anlaufstellen finden. Wir suchen Lücken im Beratungsangebot und versuchen, diese so gut wie möglich zu schließen“, schildert Iris Lehmann.

Ein Gewinn

So betreute die Ökumenische Zentrale im vergangenen Jahr insgesamt 285 Menschen. Doch nicht nur für die Menschen, sondern auch für den Kreis Unna ist die Ökumenische Zentrale ein Gewinn: „Die Träger haben in den vergangenen 20 Jahren rund 1,4 Millionen Euro in die Einrichtung investiert sowie 1,7 Millionen Euro an kirchlichen und öffentlichen Landesmitteln akquiriert und so die Mittel, die der Kreishaushalt der Ökumenischen Zentrale zur Verfügung stellte, um den Faktor 4,5 vervielfacht“, schildert Caritas-Vorstand Franz-Josef Chrosnik.

Weiter wachsen

Diese positive Entwicklung zeigt sich auch in der immer größer werdenden Angebotsvielfalt, die sich besonders deutlich im Bereich der Demenzbetreuung zeigt. Hier hat die Einrichtung im vergangenen Jahr viele neue Angebote geschaffen: Betreuungsgruppen, Begleitung im Alltag, Gesprächskreise für Angehörige und die Wohnungsberatung bilden ein engmaschiges Beratungs- und Betreuungsnetz für Betroffene und Angehörige. „Wir freuen uns über das 20-jährige Bestehen und möchten unser Angebot auch in den kommenden Jahren aufrechterhalten und weiter wachsen lassen“, blickt Franz-Josef Chrosnik mit allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern optimistisch in die Zukunft.