Pamuk-Park oder Hagia-Sophia-Park?

Schwerte. Die Diskussion um die Namensgebung der Grünfläche zwischen Wittekindstraße und Neumarkt geht weiter. Wie bereits berichtet, schlägt die FDP-Fraktion vor, den Bereich zu Ehren des türkischen Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels 2005 und Literatur-Nobelpreisträgers von 2006, Orhan Pamuk, zu benennen.

FDP-Fraktionsmitglied und KuWeBe-Verwaltungsratsmitglied, Andreas Staat, begründet die Namensgebung damit, dass Orhan Pamuk als einer der wichtigsten türkischen Schriftsteller der Gegenwart gelte. Seine Bücher beeindruckten wegen ihrer politischen und gesellschaftlichen Positionen, die die kritische Auseinandersetzung mit geschichtlichen und gesellschaftlichen Realitäten beinhalten. Orhan Pamuk führe zum Beispiel in seinem Roman „Cevdet und seine Söhne“ durch drei Generationen und zeige, wie viele Hoffnungen, aber auch Enttäuschungen den Weg durch das 20. Jahrhundert kennzeichnen. Er zeichne einen Weg der Türkei in eine moderne Welt auf, den man mit der Namensgebung unterstützen wolle.

Dagegen wäre die in der Verwaltungsvorlage vorgeschlagene Namensgebung in „Hagia-Sophia-Park“, so die FDP, eher rückwärtsgewandt und erinnere mehr an eine nicht immer unkomplizierte Geschichte zwischen Christentum und Islam. Und das ausgerechnet in unmittelbarer Nähe zur katholischen Kirche St. Marien.

An der Diskussion um die Namensgebung hat sich auch die Schwerterin Helga Schüttert, Im Rohlande 51, zu Wort gemeldet. Sie spricht sich für einen „Hagia-Sophia-Park“ aus und schreibt: „Dies wäre der richtige Name, denn der Name der ehemals christlichen Kirche ist das Verbindungsstück zu unserem christlich geprägten, toleranten Deutschland. Auch in Schwerte kümmern sich die Verwaltung, der Bürgermeister und der Integrationsrat intensiv um die türkischstämmige Minderheit und um die ’Forderung der Diyanet-Liste’. ’ Wunschliste’ klänge besser. Ich habe nämlich auch einen Wunsch: Unsere türkischstämmigen Mitbürger sollten diese hier in Schwerte erfahrene Toleranz auch für ihre christlich-türkische Minderheit in der Türkei anmahnen. Sie sollten die hier erfahrene Hilfsbereitschaft auch ihren christlichen Landsleuten in der Türkei zukommen lassen, indem sie den Wunsch nach Kirchen und Gottesdiensten tatkräftig unterstützen. Immerhin gibt es in Deutschland inzwischen rund 3000 Moscheen.“