Pater Beda ist tot

Schwerte. (NO) „Ein Licht im Schatten der Welt“: Unter diesem Titel veröffentlichte der Wochenkurier am vergangenen Weihnachtsfest 2014 den letzten großen Artikel über Pater Beda, der am Heiligabend 80 Jahre alt wurde. Am Sonntag starb der bekannte Franziskaner-Mönch nach langer Krankheit. „Er ist friedlich eingeschlafen“, so Eberhard Vickermann, einer seiner Brüder. Der Trauergottesdienst mit anschließender Beisetzung findet am heutigen Samstag, 22. August 2015, in der Klosterkirche in Bad Bentheim statt.

Auf der Seite der Armen

„Die Kirche muss zuallererst eine arme Kirche für die Armen sein, die an die Ränder der Gesellschaft geht.“ Worte von Papst Franziskus. Das war immer auch die Position von Pater Beda: „Wir evangelisieren nicht mit vielen Worten, sondern durch unser Verhalten.“

Pater Beda – dieser Name ist nicht nur den Schwertern seit Jahrzehnten ein Begriff, auch wegen der alljährlichen von Eberhard Vickermann organisierten Altkleider- und Altpapiersammlungen, deren Erlös in die Arbeit des 1984 gegründeten Aktionskreises Pater Beda floss, der rund 25 Projekte mit Partner in Brasilien betreibt. Im Brennpunkt stehen Gesundheit, Pastoral- und Sozialarbeit, der Einsatz für Straßenkinder, Frauenrechte, für Kleinbauern, Landlose und nicht zuletzt für Menschenrechte. 2003 erhielt Pater Beda, der mit seinem „bürgerlichen“ Namen Linus Vickermann heißt, das Bundesverdienstkreuz.

Brücke zwischen den Ländern

Um seine Berufung verwirklichen zu können, brach Pater Beda 1956 vom Kloster Bardel nach Nordostbrasilien auf – damals und heute eine Krisenprovinz, die von Dürre, Armut und Hunger heimgesucht wird. Nach theologischen und philosophischen Studien wurde der Franziskanermönch 1962 in Brasilien zum Priester geweiht, musste aber schon nach einem Jahr nach Anweisung seines Provinzials nach Deutschland zurückkehren.

„Wenn du Brasilien liebst, kannst du es auch von Deutschland aus lieben!“, sagte dieser. Pater Beda machte aus der Not eine Tugend und baute zahlreiche Brücken zwischen beiden Ländern. 1964 legte er den Grundstein für das große Förderwerk, aus dem sich später der Aktionskreis entwickeln sollte. War Pater Beda hierzulande in Ordenszentren zuhause, reiste er doch immer wieder in sein geliebtes Brasilien, um sich vor Ort für die Armen einzusetzen. Mindestens einmal im Jahr verließ er das Kloster Bardel in Bad Bentheim, um seine Projekte selbst zu besuchen. Doch am Schluss schwanden die Kräfte. Zuletzt sah man Pater Beda in Schwerte schon sehr geschwächt bei der feierlichen Verleihung der Stadtmedaille an Eberhard Vickermann im November.

Zum Schluss noch eine gute Nachricht: Das Lebenswerk von Pater Beda wird in seinem Sinne fortgesetzt, der Arbeitskreis bleibt bestehen. Auch die Sammlungen finden weiterhin statt. Mehr dazu in der nächsten Ausgabe.