Produktionsschule der Tafel in Gefahr

Sorgen sich um die Produktionsschule in der Schwerter Tafel (v.l.): Peter Höck, Leiter von S.I.G.N.A.L in Schwerte, Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt Unna (Träger von S.I.G.N.A.L.), Claudia Becker-Haggeney (SPD), Rüdiger Weiß, SPD-Landtagsabgeordneter der SPD, Sigrid Reihs, Reinhild Hoffmann (ebenfalls SPD), Ausbilder Rainer Wegert und Angelika Nappert (SPD).
Sorgen sich um die Produktionsschule in der Schwerter Tafel (v.l.): Peter Höck, Leiter von S.I.G.N.A.L in Schwerte, Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt Unna (Träger von S.I.G.N.A.L.), Claudia Becker-Haggeney (SPD), Rüdiger Weiß, SPD-Landtagsabgeordneter der SPD, Sigrid Reihs, Reinhild Hoffmann (ebenfalls SPD), Ausbilder Rainer Wegert und Angelika Nappert (SPD). (Foto: NO)

Schwerte. (NO) Ohne die Produktionsschule könnte die Schwerter Tafel ihr Angebot auf dem heutigen Stand nicht mehr aufrechterhalten. Jetzt soll die Zahl der in der Produktionsschule tätigen Jugendlichen wegen eines Ministerialbeschlusses deutlich eingeschränkt werden. Die Tafel sieht ihre Arbeit in Gefahr und schlägt Alarm.

13 junge Leute arbeiten in der Produktionsschule der Schwerter Tafel. Praxis statt Theorie ist – wie in allen Schulen dieser Art – die Devise. Die dort Tätigen haben aus verschiedenen Gründen weder Job noch Ausbildung gefunden. Manche haben eine schwierige Biografie oder sind nach ersten Anläufen gescheitert. Die Schwerter Tafel bietet mit ihrer Produktionsschule pädagogische Unterstützung und praktische Anleitung – ein Vorzeigeprojekt im Kreis. Die jungen Menschen arbeiten im Bereich der Hauswirtschaft, bereiten Essen zu und bieten einen zuvorkommenden Service. Sie sorgen letztendlich für den Betrieb der Tafel.

Viele fallen aus dem Raster

Nach dem Willen des Arbeitsminister Franz-Josef Laumann soll nun das Programm der Produktionsschulen auslaufen, stattdessen soll wieder das sogenannte Werkstattjahr eingeführt werden. Nur: Das Werkstattjahr richtet sich an Jugendliche bis 19 Jahre, die Produktionsschulen geben jungen Menschen bis zum Alter von 25 Jahren die Chance, vielleicht doch einmal einen Job auf dem Arbeitsmarkt zu bekommen. Nun drohen die jungen Menschen, die nicht der Altersgruppe für das Werkstattjahr angehören, aus dem Raster zu fallen.

Herbert Dörmann, Geschäftsführer der Werkstatt Unna als Träger von S.I.G.N.A.L. in Schwerte: „Landesweit gibt es 2832 Plätze in den Produktionsschulen, maximal 1400 werden durch das Werkstattjahr ersetzt.“ Nicht optimal – das befand auch der SPD-Landtagsabgeordnete Rüdiger Weiß beim Ortstermin in der Schwerter Tafel.

Hoffnung Jobcenter

Einen Hoffnungsschimmer gibt es allerdings – in Gestalt des Jobcenters. Denn die Produktionsschule ist ein vom Jobcenter im Kreis Unna gefördertes Projekt. Es wurde bereits signalisiert, dass über Alternativen nachgedacht wird.

Das ist aber vor allem auch eine Frage der Finanzierung. Wenn das Vorhaben nicht gelingt, wird das Angebot der Tafel in Zukunft wohl eingeschränkt werden müssen.