Pumps und Gummistiefel

Landfrauen – was machen die eigentlich?

Landfrauen
Die Rohrmeisterei bot für den Kreislandfrauentag im 70. Jahr des Bestehens des Landfrauenverbands die geeignete Bühne. Von links: Kornelia Wegener, Westfälisch-Lippisches Präsidium, Bärbel Balke, Kreisvorstandssprecherin MK / EN / HA, Christel Hegemann, Ortsverband Schalksmühle, sowie Adelheid Lösse und Birgit Hurst, stellvertretende Vorstandssprecherinnen MK / EN / HA. Auch Ministerin Ina Scharrenbach kam zum Landfrauentag nach Schwerte und hielt die Festrede. (Foto: Nicole Schreiber)

Schwerte. Landfrauen – hört sich altmodisch an. Doch die Frauen, die sich in dieser Organisation engagieren, sind es nicht. Ob Pumps oder Gummistiefel – beides passt. Einsatzbereiche der selbstbewussten Damen sind vor allem Weiterbildung, Ernährung, Familienfragen und Stärkung des heimatlichen Umfelds. Das wusste jetzt auch Ina Scharrenbach zu würdigen. Die Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung war Festrednerin beim Kreislandfrauentag.

Fleißige Bienen

Den Ursprung der Organisation der Landfrauen, im Volksmund auch „fleißige Bienen“ genannt, geht auf das Jahr 1898 zurück: Damals gründete die Gutsfrau Elisabeth Boehm in Rastenburg in Ostpreußen den Verein für Landfrauen. Ihre Intention war es, die Lebens- und Arbeitsverhältnisse von Frauen auf dem Lande zu verbessern. Sie wollte ihnen Aus- und Weiterbildungen im ländlichen Raum ermöglichen. Da der Beruf der Bäuerin heutzutage nicht mehr so angesagt ist, finden sich im heutigen „LandFrauenverband“, so die Eigenschreibweise, Vertreterinnen aus allen Berufs- und Altersschichten.

Vor 70 Jahren haben engagierte Frauen den Westfälisch-Lippischen Landfrauenverband auf den Weg gebracht. Über 70 Jahre wurden wichtige Steine für eine soziale, berufsbezogene und gesellschaftspolitische Interessenvertretung der Frauen in ländlichen Regionen ins Rollen gebracht.

Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung
Festrednerin beim Kreislandfrauentag in Schwerte war Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. (Foto: Nicole Schreiber)

Nicht auf der Strecke bleiben

Zu den Hauptaufgaben des Landfrauenverbands zählt die Organisation von Vorträgen für die Weiterbildung von Frauen, damit sie beruflich nicht auf der Strecke bleiben. Primär sind das Computer und Fremdsprachenkurse, Ausbildungen für Ehrenämter für die Verbandsarbeit, Weiterbildung in Sachen Agrar- und Hauswirtschaft, Ernährung und Gesundheit.

„Der Alltag ist keine Nebensache“ – unter diesem Motto machen sich Landfrauen bereits seit vielen Jahren auch für eine Vermittlung von hauswirtschaftlichen Alltags- und Ernährungskompetenzen in Schulen stark. Im neuen Programmheft 18/19 sind über 300 Veranstaltungen, so auch Reisen und Besichtigungen, Kurse und Vorträge, angekündigt. Bei den Landfrauen kommt also keine Langeweile auf.

Europäisches Netzwerk

Der Deutsche Landfrauenverband, mit rund 500.000 Mitgliedern einer der größten Frauenverbände Deutschlands, ist Mitglied im Netzwerk der Europäischen Bewegung und unterteilt sich in 22 Landesverbände. Diese sind jeweils in Kreis- und Ortsvereinen unterteilt. Geleitet wird der Dachverband von einem Präsidium. Dieser besteht aus einem von der Mitgliederversammlung gewählten Gremium. „So vielfältig wie unsere Landschaft und Infrastruktur, so vielfältig sind auch wir“, betont Nicole Schreiber, die neue Pressesprecherin des Westfälisch-Lippischen Landfrauenverbands, dem auch die Schwerter Frauen angehören.
Im Kreisverband treffen sich über 1500 Landfrauen. „Zu uns gehören nicht nur Bäuerinnen und Landwirtinnen, auch Familienfrauen und berufstätige Frauen unterstützen mit ihrem Engagement unsere Arbeit“, unterstreicht Nicole Schreiber immer wieder.

Ministerin in der Rohrmeisterei

Bärbel Balke, Vorstandssprecherin des „LandFrauenverbands Märkischer Kreis / Ennepe-Ruhr / Hagen“, dem auch die Schwerter Aktiven angehören, konnte am vergangenen Samstag rund 250 Landfrauen in der Rohrmeisterei begrüßen. Als Festrednerin sprach Ina Scharrenbach, Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung. Sie dankte den Frauen für ihr Engagement und beschrieb sie als Heimatgestalterinnen, die in vielfältiger Weise Beiträge zum gesellschaftlichen Zusammenhalt leisten.

Der Westfälisch-Lippische Landfrauenverband nahm den Kreislandfrauentag in Schwerte auch zum Anlass, um den scheidenden Kreisvorstand und weitere Ortsvorstandsfrauen für ihre langen Amtszeiten zu ehren. Heike Backhaus, die ehemalige Kreisvorsitzende, erhielt dafür die Ehrennadel des „wllv“. Besondere Ehre wurde Christel Hegemann aus dem Ortsverband Schalksmühle-Heedfeld zuteil, die für 32 Jahre Vorstandsarbeit ausgezeichnet wurde.
Den Abschluss der Veranstaltung präsentierten die Kiersper Landfrauen mit einer Zeitreise-Modenschau. Wer sich für die Arbeit der Landfrauen interessiert oder einen Blick ins Veranstaltungsprogramm werfen möchte, kann dies tun unter www.wllv.de.