Rote Karte für Müllsünder

Schwerte/Kreis Unna. (as/PK) Plastiktüten im Bioabfall, Windeln und Glasflaschen in der Wertstofftonne: Damit soll endgültig Schluss sein in Schwerte und dem Rest des Kreises Unna. Unverbesserliche Müllrüpel müssen damit rechnen, demnächst mit gelber und roter Karte abgemahnt zu werden. Das heißt: Der Müll bleibt stehen, bis die Fremdkörper aus den Abfalltonnen entfernt worden sind.
Doch von vorn: Seit einiger Zeit stellen der für die Abfallwirtschaft zuständige Kreis Unna, die Gesellschaft für Wertstoff- und Abfallwirtschaft Kreis Unna (GWA) und das private Entsorgungsunternehmen Remondis fest, dass sich so genannte Störstoffe in den grünen und gelben Tonnen kreisweit häufen.
„Es gibt keine Kommune, die bei diesem Thema ganz außen vor ist“, sagt Andreas Hellmich, Leiter Abfallberatung und Öffentlichkeitsarbeit bei der GWA. Deshalb drohen nun auch kreisweit all denjenigen Konsequenzen, die Abfallbehälter zweckentfremden. So können Tonnen, die falsch befüllt sind, unter Umständen mit Hinweis auf die Fehler stehen bleiben. Ein System mit einer gelben Karte, die als letzte Warnung auf die Tonne geklebt wird, und einer darauf folgenden roten Karte, hat die GWA entwickelt. „Wo welcher Weg gewählt wird, besprechen wir jetzt zusammen mit den Städten und Gemeinden, die für die Abfuhr zuständig sind“, erläutert Ludwig Holzbeck, Fachbereichsleiter Natur und Umwelt beim Kreis.

Piktogramme helfen auch Flüchtlingen

Bevor Tonnen kontrolliert werden, setzen alle Akteure jedoch auf Aufklärung. Sie hoffen, dass diese Maßnahme bei Müllrüpeln fruchtet.
Auch Menschen, die nicht gut oder gar kein Deutsch sprechen, können Probleme mit der Mülltrennung haben. Wer aus China, Ghana oder Afghanistan kommt, steht zunächst einmal fassungslos vor der hiesigen Mülltonnenvielfalt. Was kommt in welche Tonne? Und wieso?
Aufklärung ist nötig, am besten Aufklärung mit Flyern, Handzetteln oder Plakaten. Andreas Hellmich erzählt vom Engagement der GWA: „Wir wollten die Informationen nicht in 15 verschiedenen Sprachen veröffentlichen“, sagt er. „Deshalb setzen wir auf Piktogramme.“
Mehrere Flyer und ein DIN-A-3-Plakat vermitteln nun, welcher Abfall beziehungsweise Wertstoff in welche Tonne gehört. In diesen Tagen erscheint zudem ein Aufkleber für die Biotonne, der anhand kleiner Zeichnungen genau zeigt, was in diesen Abfallbehälter gehört und was nicht.

Hilfen in Schwerte und bei der GWA

Wer sich für Plakat, Flyer oder Aufkleber interessiert, kann sich an den Baubetriebshof und das Rathaus in Schwerte wenden. Dort sollen einige Exemplare ab nächster Woche vorliegen. Weitere Informationen gibt es bei der GWA-Abfallberatung unter Tel. 0800/ 4001400 (gebührenfrei) montags bis donnerstags von 8.30 bis 17 Uhr und freitags von 8.30 bis 15 Uhr.
Die Aufklärungskampagne von GWA, Kreis und Remondis wendet sich aber vor allem an diejenigen, die die Mülltrennung eigentlich beherrschen müssten. Denn sowohl Bioabfall als auch Wertstoffe sind schon lange kein Abfall mehr. Beides kann gut weiterverwertet werden. Wird aber nicht richtig getrennt, gelten Bioabfall und Wertstoffe schnell als Restmüll. Die dafür entstehenden Mehrkosten landen am Ende bei allen Gebührenzahlern.
Mit einer kreisweiten Öffentlichkeitskampagne soll deutlich gemacht werden, was in welche Tonne darf und was nicht. „Natürlich gehört der leere Joghurtbecher in die Wertstofftonne“, sagt Stefan Jonic, Leiter der Niederlassungsleitung Lünen bei Remondis. „Wenn der Joghurt über dem Verfallsdatum liegt und komplett in der Wertstofftonne landet, bereitet das Schwierigkeiten.“

Beim Papier klappt die Mülltrennung

Kunststofftüten im Bioabfall, zum Teil gefüllt mit Restmüll, und Restmüll wie z.B. Windeln zwischen Wertstoffen machen den Großteil der Fehlwürfe aus. Teilweise werde sogar Bauschutt in Bio- und Wertstofftonne entsorgt. „Dann kann man nicht mehr von Unachtsamkeit sprechen, dann wird das System missbraucht“, sagt Jonic.
Übrigens: Dass Mülltrennung kein grundsätzliches Problem ist, belegen die Papiertonnen im Kreis: „Da stimmt die Qualität“, erklärt Fachbereichsleiter Holzbeck.