Roter Faden Ruhr

Schwerte. (NO) Das Ruhrtalmuseum wird sich in den kommenden Jahren von Grund auf ändern. Museumsleiter John Loftus und sein wissenschaftlicher Mitarbeiter Christopher Wartenberg arbeiten gemeinsam an einer Neugestaltung des Schwerter Museums, das im kommenden Jahr seinen 80. Geburtstag feiern wird.

Wollen das heimische Ruhrtal in den Mittelpunkt der Ausstellung rücken und Projekte mit Schulen und Betrieben anstoßen: Museumsleiter John Loftus (r.) und Mitarbeiter Christopher Wartenberg. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerpunkt auf Ruhrtal

Die inhaltliche Neupositionierung fußt vor allem auf zwei Maßnahmen: „Erstens wird der Fokus der Ausstellung in Zukunft nicht mehr auf der Chronologie der Geschichte liegen. Stattdessen werden wir uns thematisch auf die Ruhr und das Ruhrtal konzentrieren.“, erläutert Loftus das neue Feinkonzept für die Dauerausstellung im ersten Stock. Anlässlich des 600jährigen Stadtjubiläums war die Ausstellung zuletzt vor fünfzehn Jahren überarbeitet worden.

Geprägt vom Fluss

Seit 2008 wird an dem neuen Konzept gearbeitet, das Loftus wie folgt zusammenfasst: „Der Siedlungsraum Schwerte war in der Vergangenheit zutiefst geprägt vom Fluss und Tal der Ruhr. Auch heute prägen Wasserschutzzonen, Wassergewinnungs- und Reinigungsanlagen das Stadtbild. Ruhr und Wasser werden als verbindendes Leitthema die neue Dauerausstellung des Museums durchziehen. Es werden untergeordnete Themenbereiche erarbeitet, die aus verschiedenen Perspektiven die Geschichte und Gegenwart der Stadt und ihres Umlands beleuchten: die Ruhr als Kraftquelle, als Bedrohung sowie ihr Verbrauch, ihre Reinhaltung beziehungsweise Verschmutzung und ihre geografische und politische Bedeutung für die Stadt.“

Museumspädagogische Projekte

„Zweitens“, ergänzt Wartenberg, „werden wir museumspädagogische Projekte anbieten, die einerseits natürlich in den Unterricht der geisteswissenschaftlichen Fächer wie Geschichte, Politik und Sozialwissenschaften passen, andererseits aber auch in die naturwissenschaftlichen Fächer wie Biologie, Chemie und Physik.“ Um diese Projekte realisieren zu können haben die beiden Museumsmitarbeiter bereits zahlreiche Kontakte geknüpft, vom Referat für Museumspädagogik in Münster bis hin zu den lokalen Schwerter Schulen.

Museumsbesuche

„Unser Ziel ist es, jedes Schwerter Schulkind mindestens zweimal während seiner Schullaufbahn im Museum begrüßen zu dürfen. Das geht selbstverständlich nicht von heute auf morgen, aber ich bin mir sicher, dass das Ruhrtalmuseum das leisten kann.“, sagt Wartenberg selbstsicher.

Um den hiesigen Schulen entgegenzukommen, wird eine Kooperation mit dem Touristikbeauftragen Uwe Fuhrmann, der gegenwärtig bereits jedes Schwerter Grundschulkind mindestens einmal durch die Altstadt führt, und anderen für die Schulen bereits bestehenden Angeboten angestrebt. Zudem sind Partnerschaften mit wasserwirtschaftlichen Betrieben und Instituten angedacht.

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. „Sofern wir nicht auf unvorhergesehen Schwierigkeiten stoßen, werden wir voraussichtlich 2014 die ersten museumspädagogischen Projekte anbieten können.“, erklären Loftus und Wartenberg.