Saure Wochen, frohe Feste

Sparkassenchef Dr. Uwe Trespenberg, Heike Pohl und Herbert Hermes vom Kulturbüro laden schon jetzt ein zur neuen Auflage der Schwerter Kleinkunstwochen. Der Vorverkauf hat bereits begonnen! (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) „Ein Fest der Satire“ verspricht Herbert Hermes für die 51. Schwerter Kleinkunstwochen unter dem Motto „Saure Wochen, frohe Feste“. Das Programm unter Goethes leicht gekürztem Dichterwort findet zwar erst vom 19. Februar bis zum 14. April in der Rohrmeisterei statt, „aber der Vorverkauf startet ab sofort“, so Heike Pohl.

Sauer, salzig, ausgelassen

Merkwürdige Gestalten streben nach dem „Garten der Lüste“ – sauer werden dabei die Zeiten für die Puppentruppe von Marc Schnittger. Eher säuerlich ist auch der Blick des österreichischen Kabarettisten Josef Hader auf die Welt. Angesäuert, aber durchaus auch gesalzen präsentiert sich die Bestandsaufnahme der deutschen Sach- und Vermögenswerte durch die Kabarett-Granden Henning Venske und Jochen Busse und das Programm des Rezitators Oliver Steller, in dem man den deutschen Aufklärer Gotthold Ephraim Lessing als knallharten Zocker kennenlernt.

Alles wird gut

Ob hart an der Realität oder von künstlerischen Phantasiegebilden umwölkt – die Künstler aus den Bereichen Kabarett, Figurentheater, Musik und Literatur verstehen sich allen Widrigkeiten zum Trotz aber auch auf „frohe Feste“. Ausgelassenheit als Gegengift contra Sorgen und Seelenpein: So wird am Ende (fast) alles wieder gut…

Programm im Überblick

Unsere Lieblinge: „Nacht“

Alex Haas und Stefan Noelle präsentieren und interpretieren schaurig-schöne, so noch nie gehörte Schlager und Klassiker nur mit Trommel, Becken, Kontrabass und Stimmen. Einzigartige Klangmalereien – am Samstag, 19. Februar, ab 20 Uhr in der Rohrmeisterei, wo auch alle folgenden Veranstaltungen stattfinden.

Familie Flöz: „Hotel Paradiso“

Familie Flöz, Träger des 20. Schwerter Kleinkunstpreises, ist wieder da. Ein Hauch von Melancholie durchweht die staubige Lobby des Hotels „Paradiso“, wo Familie Flöz ihren Fans mit schwarzem Humor eine Geschichte voller Leidenschaften und Humor, menschlicher Schwächen und Eitelkeiten erzählt. Termin: Freitag, 25. Februar.

Ganz schön feist: „Klassentreffen“

Die Fans des Popacapellacomedy-Trios „Ganz schön feist“, Schwerter Kleinkunstpreisträger aus dem Jahr 2006, werden mit dem neuen Programm „Klassentreffen“ verwöhnt. Neue Instrumente und neue Songs setzen unvermutete klangliche Akzente, ansonsten singen, summen, schnippen und schnalzen die Humorspezialisten wie eh und je – am Samstag, 26. Februar.

Josef Hader: „Hader spielt Hader“

Der Österreicher Josef Hader ist der „Gott des Zweifels“. Er kommt eher zaghaft auf die Bühne, erzählt Geschichten, keine Witze. Am Schluss sollen die Leute nicht mehr wissen, sondern weniger. Hader hat keine Überzeugungen zu vermitteln, schon gar keine politischen. Für diese Art der Publikums-Verunsicherung gab es für Hader namhafte Preise. „Hader spielt Hader“ ist ein „Best of“ aus fünf Programmen, zu erleben am Freitag, 4. März.

Oliver Steller: „Alles oder nichts“

Der Rezitator Oliver Steller spricht und singt Gotthold Ephraim Lessings „Alles oder nichts“. Das passende Motto für einen Spieler wie Lessing, für jemanden, der im Bewusstsein des völligen Scheiterns aufs Ganze geht. In Schwerte gehört Steller seit Jahren zu den gefragtesten Künstlern der Kleinkunstwochen. Ihn begleiten wieder die Musiker Bernd Winterschladen, Saxophon, und Dietmar Fuhr, Kontrabass. Den Zocker Lessing kann man kennenlernen am Samstag, 5. März.

Mark Schnittger – Puppet Theatre: „Der Garten der Lüste“

Bizarre Figuren, Schauspiel und Klangwelten vereint Puppenmagier Schnittger zu einem dichten, sinnlich-spektakulären Panorama menschlicher Sehnsüchte und Leidenschaften. Die Suche nach dem Ort der Verheißung kann man am Freitag, 18. März, mitverfolgen.

Henning Venske und Jochen Busse: „Inventur“

Der Auftrag zur „Inventur“ liegt in den Händen der Kabarett-Altmeister Henning Venske und Jochen Busse, anarchistische Brüder im Geiste seit den frühen Anfängen der Münchner Lach- und Schießgesellschaft. Unnachgiebig, uneinsichtig und unkonventionell wird es zugehen bei ihrer Bestandsaufnahme unseres Landes am Donnerstag, 14. März. Für kurze Verschnaufpausen sorgt dabei Frank Grischek am Akkordeon.

Vorverkauf

Der Vorverkauf für die kommenden Kleinkunstwochen läuft ab sofort im Foyer der VHS Schwerte am Markt (zwischen Weihnachten und Neujahr geschlossen).