Scheitern bietet auch Chancen und Triumphe

Schwerte. (NO) Gerade erst am vergangenen Wochenende ist das Welttheater der Straße über die Bühne gegangen und schon legt das Kulturbüro nach. Herbert Hermes und Heike Pohl stellten jetzt das Programm der 53. Schwerter Kleinkunstwochen vor.

Auch auf dem Trockenen weiß Butterfahrt 5 das Publikum zu begeistern. Den Schwertern ist die Formation gut bekannt, die beim Welttheater der Straße im Jahr 2010 Erfolge feiern konnte. Stets war die Halle der Rohrmeisterei rappelvoll, wenn die fünf Vollblutmusiker die Bühne betraten. Spontan konnte ein Wiederholungsgastspiel vereinbart werden, das am 15. Oktober in der Rohrmeisterei zu erleben ist. (Foto: Veranstalter)

Titel der Veranstaltungsreihe vom 15. Oktober bis 12. November 2011 in der Rohrmeisterei: „Scheitern, Chancen und Triumphe“. Wie immer beginnen alle Auftritte um 20 Uhr, bis auf das Sondergastspiel „Metropolis“ der Konzertgesellschaft Schwerte am Freitag, 14. Oktober, 19.30 Uhr. Darauf hinzuweisen, war Prof. Carl-Joachim Heinrich als Drittem im Bunde bei der Präsentation des Programms ein besonderes Anliegen. Denn der weltberühmte Stummfilm wird von der Neuen Philharmonie Westfalen untermalt und verspricht ein nachhaltiges Erlebnis für Cineasten und Musikfreunde gleichermaßen. Hier ein Blick das Programm der 53. Schwerter Kleinkunstwochen „Scheitern, Chancen und Triumphe“.

Samstag, 15. Oktober 2011

Beim Welttheater der Straße im Jahr 2010 begeisterte Butterfahrt 5 das Festivalpublikum. Stets war die Halle der Rohrmeisterei rappelvoll, wenn die fünf Vollblutmusiker die Bühne betraten. Und was das Publikum dann zu hören bekam, war einfach hoch unterhaltend, komisch und unverwechselbar. Spontan konnte nach dem Gastspiel von Butterfahrt 5 beim Welttheater der Straße ein Wiederholungsgastspiel vereinbart werden, das jetzt im Rahmen der Schwerter Kleinkunstwochen stattfindet.

Freitag, 21. Oktober 2011

Selbst als Laie ahnt man, dass das Handwerk der Schneiderin seine Tücken hat. Der Umgang mit Nadel, Faden und Schere setzt feinmotorische Fertigkeiten voraus – und anderes mehr. „Scheitern, Chancen und Triumphe“ – das Motto der 53. Schwerter Kleinkunstwochen scheint eigens für das Programm von Gardi Hutter erdacht zu sein, droht sie doch stets an den ihr gestellten Aufgaben und Herausforderungen zu scheitern. Gardi Hutter gilt als erfolgreichste Clownin der Welt, ihre Kunst hat sie beinahe rund um den Globus geführt – und jetzt nach Jahren endlich wieder einmal nach Schwerte. Die Regie des Stückes „Die Schneiderin“ führt Michael Vogel von Familie Flöz, zweifacher Gewinner des Schwerter Kleinkunstpreises.

Freitag, 4. November 2011

Stage TV steht für eine perfekte Synthese aus interaktiver Medienkunst, Artistik, Theater, Akrobatik und Musik, die das Publikum verblüfft und begeistert und bei den Medien überschwängliche Reaktionen auslöst. Drei Malergesellen warten gelangweilt auf neue Arbeit von ihrem Chef. Die Wartezeit wird zur Chance, um verblüffende Einfälle und verträumte Verrücktheiten zu erproben. Simple Malerutensilien wie Farbkübel, Pinsel, Rollen, Abdecktüchern und Rollgerüst erweisen sich als showtaugliche Requisiten für überbordenden Ideenreichtum.

Dass aus „Chancen“ auch „Triumphe“ erwachsen können, beweist Stage TV mit „Coloro“ eindrucksvoll. Die künstlerische Biographie von Stage TV zieren zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Von allen Trägern des Schwerter Kleinkunstpreises konnte das Trio aus der Schweiz bis heute für die über 500mal aufgeführte Show „Fertig gezappt“ die zweitbeste Punktbewertung mit 117,2 von möglichen 120 Punkten halten. „Coloro“ bringt somit nicht nur Farbkunst in die Schwerter Kleinkunstwochen, sondern avanciert vielleicht auch zum nächsten Träger des Schwerter Kleinkunstpreises.

Samstag, 5. November 2011

Eigens aus Großbritannien reist die Gruppe The Magnets an, die zu den erfolgreichsten A-cappella-Gruppen der Welt gehört, wie ein Blick in die künstlerische Vita verrät. So standen sie unter anderem mit Robbie Williams und Earth Wind & Fire auf der Bühne oder waren die Vorgruppe für Tom Jones. Selbst ehrwürdige Orte öffneten für die Magnets die Pforten, wie die Royal Albert Hall und der Buckingham Palace beim „Queens’s Jubilee Concert“.

Freitag, 11. November 2011

So ganz trauen kann man Ape/Feuerstein nicht, wenn sie den König hochleben lassen. Obgleich sie dem Ruhrgebietsadel der Songschreiberszene angehören, sind sie doch als ausgewiesene Satiriker unverdächtig, royalistische Anwandlungen zu pflegen. Welcher König in Ape/Feuersteins Programm auch gemeint ist, „Triumphe“ dürften allenfalls die Fallhöhe für das „Scheitern“ definieren. Mit „Es lebe der König“ präsentieren Ape/Feuerstein ein völlig neues Programm mit kultverdächtigen Songs. Kongenialer Bühnenpartner an der Seite von Fred Ape ist der begnadete Gitarrist Guntmar Feuerstein.

Samstag, 12. November 2011

Die Zaubershow der Fertigen Finger war einfach begeisternd! Im Herbst 2009 gastierte das zehnköpfige Ensemble erstmals bei den Schwerter Kleinkunstwochen – und wurde mit nicht enden wollendem Applaus verabschiedet. Kein Wunder, erhielten die Fertigen Finger doch von Siegfried & Roy mit dem Sarmoti-Award eine der renommiertesten Auszeichnungen der Branche. Das künstlerische Spektrum von „Scheitern, Chancen und Triumphe“ wird von den Fertigen Fingern besonders im Hinblick auf skurriles Scheitern mit aller Konsequenz ausgeschöpft.

Freitag, 14. Oktober 2011, 19.30 Uhr

Sondergastspiel: Metropolis mit der Neuen Philharmonie Westfalen. (Foto: Archiv Veranstalter)

Sondergastspiel Metropolis – Stummfilm von Fritz Lang, Filmmusik von Gottfried Huppertz, mit der Neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von GMD Helmut Imig als Gastdirigent.

Wie Filmkenner wissen, ereignete sich im Juli 2008 in Buenos Aires eine kulturelle Weltsensation: Die verschollenen Szenen – etwa ein Viertel der Urfassung des von Fritz Lang gedrehten Films „Metropolis“ – wurden in einem Archiv des argentinischen Filmmuseums Museo del Cine wiedergefunden. Nach aufwendigen Restaurierungsarbeiten wurde der Film am 12. Februar 2010 bei der Berlinale und zeitgleich in der Alten Oper Frankfurt (ur-)aufgeführt.

Metropolis ist ein Stummfilm des deutschen Expressionismus, den Fritz Lang in den Jahren 1925 bis 1926 drehte. Schauplatz ist eine futuristische Großstadt mit ausgeprägter Zweiklassengesellschaft. Dieser Science-Fiction-Film ist einer der teuersten der damaligen Zeit und zählt zu den bedeutendsten Werken der Filmgeschichte. Die Aufführung des Stummfilms mit der durch die Neue Philharmonie Westfalen vorgetragenen Filmmusik verspricht ein außerordentliches und nachhaltiges Erlebnis für Cineasten und Musikfreunde gleichermaßen. Karten für das Sondergastspiel „Metropolis“ zum Preis von 20 beziehungsweise 18 Euro im Vorverkauf sind nur in der VHS Schwerte am Markt, Ruhrtal-Buchhandlung, in der Rohrmeisterei, oder unter www.konzertgesellschaft-schwerte.de erhältlich.

Vorbestellung

Verbindliche Kartenvorbestellungen per Telefon, Fax oder E-Mail nur gegen Vorkasse erfolgen im Kulturbüro Schwerte, Telefon 0 23 04 / 104-810 oder -811, Fax: -804 oder per Mail an kulturbuero@kuwebe.de. Die Karten werden zum Abendkassenpreis berechnet und an der Abendkasse hinterlegt. Der Gesamtbetrag der Kartenvorbestellung wird im Vorfeld der Veranstaltung abgebucht. Gegen eine Gebühr von einem Euro werden Eintrittskarten zum Abendkassenpreis per Post und Rechnung zugesendet. Das Kartenkontingent ist begrenzt.

Danke!

Für Herbert Hermes ist dies die letzte Kleinkunstreihe, bevor er in den Ruhestand tritt. Anerkennende Worte findet Bürgermeister Böckelühr in der Einleitung zum Programm: „Hermes umtriebiges Wirken hat die Schwerter Kleinkunstreihen und den Kleinkunstpreis zu einem äußerst erfolgreichen und über die Grenzen der Region hinaus bedeutenden Kulturhighlight entwickelt. von ihm wurde das Fundament gebaut, auf dem weitere unterhaltsame Reihen folgen können. Wir sind ihm zu herzlichem Dank verpflichtete!“ Ein Dank des Bürgermeisters geht ebenfalls an Ursula Jacobs, die während der Vorbereitung auf diese Reihe in Altersteilzeit geht, für die langjährige, liebevolle Betreuung der Künstler und des Publikums.