Schon über 1.000 Unterschriften für Erhalt des Wochenmarkts

Der Streit um den Schwerter Wochenmarkt nimmt kein Ende. Jetzt sammelt die Markthandel Schwerte GmbH Unterschriften: Der Wochenmarkt soll so bleiben, wie er ist. Schon über 1000 Schwerterinnen und Schwerter haben unterschrieben. (Foto: NO)

Schwerte. (NO) Der lange und immer verbitterter geführte Streit um Betrieb, Ausrichtung und Gestaltung des Schwerter Wochenmarkts steuert auf eine Entscheidung zu. Im Juni endet der Vertrag zwischen der Stadt und der Markthandel Schwerte GmbH (MHS), die den Markt seit 1999 betreibt. Darüber hat auch der Wochenkurier schon mehrfach berichtet.
Das Sagen in der MHS hat der Gesellschafter-Geschäftsführer, Marktmeister und Käsehändler Frank Rest, zum Sprecher wurde Markus Spanell bestimmt, der an den Markttagen nahe an St. Viktor seinen Bratwurststand betreibt. Beide, unterstützt von Jan Holtmann, wiesen in dieser Woche nochmals darauf hin, dass die Entwicklung existenzbedrohend sei.

Gesprächsbereitschaft wird vermisst

Abermals betonten sie, dass sie Neuausschreibung des Marktbetriebs durch die Stadt Schwerte ohne Rücksicht und „von oben herab“ vollzogen worden sei. Ein Dialog sei verweigert worden, die Stadt habe die Belange der Gastronomen stillschweigend über die der Markthändler gestellt. Auch der Hinweis an die Adresse der Stadt, dass der Wochenmarkt deutlich zur Belebung der Innenstadt beiträgt, was nicht von der Hand zu weisen ist, sei offenbar auf wenig Interesse gestoßen. So verfahren ist die Situation, dass von der MHS bereits ein Anwalt (Jürgen Volbracht) eingeschaltet wurde.

Angriff der Holtmanns

Bernd und Eva Holtmann haben kürzlich in einem Rundbrief heftige Kritik an der Markthandel Schwerte GmbH geäußert und auch Frank Rest heftig angegriffen. Zitat: „Der MHS wurde Anfang 2018, also schon vor Monaten, von der Stadt Schwerte zum 31. Mai 2019 der Vertrag zur Veranstaltung des Wochenmarkts gekündigt. Seitdem ist auch bekannt, dass eine neue Ausschreibung für die Veranstaltung zum Ende des Jahres kommen wird.
Die Stadt Schwerte hatte bereits im Mai 2017 Großveranstalter zur Besprechung der Rettungswegesituation in den Bürgersaal ins Rathaus eingeladen. Das Bauordnungsamt hat vollumfänglich über die baldige, stringente Umsetzung der bereits vorliegenden Rettungswegepläne auf den einschlägigen Plätzen (auch des Marktplatzes!) informiert. Anwesend war auch die Geschäftsführung der MHS.
Seitdem weiß die MHS also, dass sich die Grundlagen der Marktsituation hinsichtlich der Rettungswege definitiv verändern würden. (…) Dass ein neuer Vertrag eine Festschreibung über die am Marktplatz stattfindende Außengastronomie enthalten würde, war der MHS bewusst.
Pflicht der MHS, des Marktmeisters Rest, wäre gewesen, die Markthändler schon vor Monaten über die Kündigung durch die Stadt Schwerte zu informieren und sie in Kenntnis von den kommenden Veränderungen der Wochenmarkt-Situation zu setzen.“ Zitat Ende.

„Achtung!“


„Achtung! Unser Wochenmarkt soll so bleiben, wie er ist!“ Unter dieser Überschrift wirbt die Markthandel Schwerte GmbH nun für die Beibehaltung des Status quo und hat eine Unterschriftenaktion gestartet. Im Infoblatt dazu heißt es: „Die Stadtverwaltung (…) möchte den Wochenmarkt umbauen, um die Außengastronomie zu stärken. Mit diesem Umbau soll mehr Stellfläche für die Bestuhlung der ansässigen Gastronomiebetriebe geschaffen werden. Die Stadtverwaltung hat diese Bedingung in dem neuen „Markt-Ausschreibungsverfahren“ (dies wurde in Anführungsstriche gesetzt, Anm. d. Red.) fest verankert.“

Sieben Tage weniger

Folgender Punkt alarmiert die Händler besonders: „Des Weiteren soll der Wochenmarkt ab Juni 2019 an sieben Samstagen nicht mehr auf dem Marktplatz stattfinden.“ Dazu sagt Frank Rest – und so steht es auch auf dem Infoblatt: „Wenn die Stadtverwaltung diese Ausschreibungskriterien nicht zurückzieht, werden viele Händler ihre Stände nicht mehr in gewohnter Weise aufbauen können. Einige Händler werden wohl ganz auf einen Standplatz verzichten müssen.“
Mittlerweile hat die MHS bereits „deutlich über 1000 Unterschriften gesammelt“, so Markus Spanell, womit sich die Unterzeichnenden für den Erhalt des Wochenmarkts, so wie er derzeit ist, aussprechen. Desungeachtet läuft allerdings die Ausschreibung weiter. Interessant: Es gibt Informationen, wonach der Auftrag für die Durchführung des Schwerter Wochenmarkts an die Deutsche Marktgilde eG. aus Eschenburg vergeben werden soll.
„Und das wird für uns Händler dann richtig teuer“, so Frank Rest.