„Schweinefabrik“ in Schwerte

Schwerte. (NO) Als bisher einzige Partei vor Ort haben die Grünen deutlich gegen eine Erweiterung der Massentierhaltung auf dem Bürenbruch in der Nähe der Güter Lieselühr und Böckelühr Position bezogen. „Der Bürgermeister muss jetzt den Bürgern sagen, was er zu diesen Planungen denkt“, fordert Andrea Hosang von den Grünen. „Am 20. Mai muss die Stadt Schwerte sich beim Kreis äußern, ob sie die Erweiterungsplanung auf dem Bürenbruch mittragen will oder eher kritisch sieht. Wir möchten vorher wissen, wie der Bürgermeister dazu steht und ob er seine Bemühungen um den Umweltschutz ernst nimmt.“ Die Grünen und etliche engagierte Bürger vor Ort erwarten erhebliche Beeinträchtigungen der Umwelt, wenn die bisherige Planung – wie sie am 20. Mai 2014 verhandelt werden soll – umgesetzt wird.

Im bisher bestehenden Betrieb am Bürenbruch werden nach Angaben der Grünen – auch von den Anwohner nahezu unbemerkt – 1200 Schweine und 750 Ferkel gehalten. Laut BUND unterschreitet die bestehende Anlage die Grenze der Genehmigungsbedürftigkeit um circa 17 Schweine. Die neue geplante Stallung für 1800 Schweine soll ungefähr 400 Meter Luftlinie entfernt vom bestehenden Stall errichtet und vermutlich von einer neuen Betreibergesellschaft des Antragstellers geführt werden.

Eine Tortur

Die Lebensbedingungen der Tiere werden alles andere als gut sein, befürchten die Schwerter Grünen. Die Liegefläche für ein 110-Kilogramm-Schwein werde wie nur 0,9 Quadratmeter betragen, die Haltung erfolge auf Spaltböden über einer großen Güllegrube. Der Tages- und Nacht-Ablauf werde künstlich erzeugt, so dass die Schweine niemals Sonnenlicht zu sehen bekämen und auch keinerlei Auslauf hätten. Für die klugen und sozialen Tiere wären solche Bedingungen – wie auch in anderen der Massentierhaltung dienenden „Schweinefabriken“ – eine reine Tortur.

Emissionen

Zudem weisen, wie ebenfalls bereits berichtet, die Grünen darauf hin, dass mit Emissionen zu rechnen sei. Eine Mastanlage in dieser Größe könne eben nicht ohne erheblichen Antibiotikaeinsatz betrieben werden. Deshalb seien austretende, multiresistente Keime nicht zu vermeiden. Das austretende Ammoniak belaste bei dieser Größe der Mastanlage die Pflanzenwelt in der Umgebung. Auch mit der Beeinträchtigung des Bodens, der angrenzenden natürlichen Gewässer – vor allem des Lollenbaches – und des Elsebachtales durch große Güllemengen müsse gerechnet werden.

„Wir haben Verständnis dafür, dass Landwirte sich Gedanken machen über die zukünftige Ausrichtung ihres Hofes“, so Andrea Hosang von den Grünen. „Wenn die Planungen eine Größe erreichen, die diese massiven Auswirkungen auf die Umwelt nach sich zieht, wollen wir eine Umweltverträglichkeitsprüfung und eine Beteiligung der Öffentlichkeit, die diese Nachteile zu tragen hat.“

Die Bürgerinitiative kommt

Die Pläne des landwirtschaftlichen Betriebes am Bürenbruch, die Massenhaltung auszuweiten, hat der engagierte und parteipolitisch nicht gebundene Bürger Eckhard Schmidt mit Entsetzen verfolgt und die Gründung einer Bürgerinitiative in die Wege geleitet. Es haben sich schon etliche intererssierte Bürger bei ihm gemeldet. Eckhard Schmidt: „Die Bürgerinitiative wird kommen – definitiv!“