Schwerte. Alarm! Der 19. Februar 1669 ist ein schwarzer Tag in der Stadtgeschichte. Ein Brand am Westentor greift schnell um sich, schnell stehen die gedrängt stehenden Holzhäuser in Flammen. „Am Schluss konnte man von St. Viktor aus alle vier Stadttore sehen. Das heißt: da stand nichts mehr“, sagt Uwe Fuhrmann, Stadttouristiker und Vorsitzender des Heimatvereins.

Innerhalb von nur zehn Jahren ist Schwerte drei Mal vom Feuer verwüstet worden. Beim letzten großen Brand am 19. Februar 1669 wäre beinahe auch St. Viktor abgebrannt. Doch zum Glück kam die Hörder Feuerwehr zu Hilfe und unterstützte die Schwerter beim Löschen. Seitdem wird in der Ruhrstadt der Brand- und Bettag gefeiert – anfangs als ein kommunaler Feiertag, an dem die Kinder sogar schulfrei hatten. Das ist lange her.

Erinnerung an den großen Stadtbrand

Nach dem Zweiten Weltkrieg hat das Oberschicht der Schwerter Nachbarschaften gemeinsam mit den Kirchen und später auch mit dem Heimatverein die Schwerter immer im Februar an den Tag des großen Stadtbrands erinnert – mit einem Blumenkranz an der Außenmauer von St. Viktor.

In diesem Jahr ist es nun 350 Jahre her, dass Schwerte in Flammen stand – Anlass für einen ganz besonderen Brand- und Bettag. Jutta Kriestens Idee fand schnell Zustimmung. Mit den beiden Kirchen, der Feuerwehr und dem Heimatverein hat die Oberschichtmeisterin ein Festprogramm geplant.

Löschaktion auf dem Marktplatz

Am kommenden Samstag, 23. Februar, treffen sich alle Beteiligten auf dem Marktplatz vor St. Viktor, wo ab 17 Uhr ein Gedenkgottesdienst stattfindet. Gegen 17.30 Uhr wird die Freiwillige Feuerwehr Schwerte dann in mehreren Brandschalen Feuer entzünden. Nachtwächter Ferdinand Ziese gibt Alarm, dann treten sechs- bis zwölfjährige Kinder in Aktion und löschen mit einer Eimerkette ab dem Wuckenhof die „Brände“, unterstützt von der Schwerter Jugendfeuerwehr. Dazu werden die Kirche und der Marktplatz mit Scheinwerfern in rötliches Licht getaucht und auf der Fassade des Alten Rathauses flackert eine Videoanimation.

In Kooperation mit den Stadtwerken zeigt die Freiwillige Feuerwehr Schwerte zudem mit einem Infostand Präsenz. Besonders willkommen sind dort junge Schwerterinnen und Schwerter, die vielleicht selbst einmal bei der Feuerwehr mitmachen wollen.

Treffen im Gemeindezentrum

Und nicht zuletzt wird beim ganz speziellen Brand- und Bettag am kommenden Samstag auch wieder ein Gedenkkranz in Erinnerung an die Brandkatastrophe vor 350 Jahren am Kirchturm angebracht. Das übernehmen Oberschichtmeisterin Jutta Kriesten und Pfarrer Tom Damm.

Im Anschluss an die Aktionen auf dem Marktplatz gibt es dann im St. Viktor- Gemeindezentrum kostenlos heiße Getränke, Kuchen und Schmalzbrote. Auch hier sind alle Schwerterinnen und Schwerter willkommen.