Schwerte ist genervt von Trickbetrügerinnen

Miese Masche: Trickbetrüger/innen halten ihren Opfern ein Blatt Papier, ein Pappschild oder ein Klemmbrett mit Unterschriftenliste vor und bitten um eine Spende. Im Schwerte hat ein betrügerisches Duo mit dem Klemmbrett-Trick immer wieder Erfolg. (Foto: Polizei)
Miese Masche: Trickbetrüger/innen halten ihren Opfern ein Blatt Papier, ein Pappschild oder ein Klemmbrett mit Unterschriftenliste vor und bitten um eine Spende. Im Schwerte hat ein betrügerisches Duo mit dem Klemmbrett-Trick immer wieder Erfolg. (Foto: Polizei)

Schwerte. (NO) Einbrüche, Taschendiebstahl, Betrügereien – Schwerte ist zwar eine Kleinstadt, aber in Sachen Kriminalität kein ländliches Idyll. Wie im ganzen Kreis Unna, machen zur Zeit auch in der Ruhrstadt verstärkt Taschendiebe und Trickbetrüger die Straßen unsicher.

Betrügerisches Duo

Besonders genervt sind die Schwerter von einem besonders dreisten Duo, das mit einer miesen Masche auf Raubzug geht: zwei Frauen offenbar südosteuropäischer Herkunft, eine um die 40 Jahre alt, die andere rund zehn Jahre jünger, machen mit einem Klemmbrett und Unterschriftenliste die Runde. Sie geben ihren Opfern zu verstehen, dass sie taubstumm seien, aber für Behinderte sammeln würden. Das Logo der Sammelaktion, ein Rollstuhlfahrer, ist, wie auch die Polizei weiß, selbstgemacht.

Taubstumm?

Etliche Passanten hat das „taubstumme“ Pärchen schon bedrängt, dabei macht es aber auch vor Geschäften nicht halt. Am vergangenen Montag zogen die beiden Frauen ihre betrügerische Masche in der wochenkurier-Geschäftsstelle ab – leider mit Erfolg.

Dreister Handy-Klau

Eine der Frauen hielt Mitarbeiterin E. – ihr Schreibtisch steht direkt am Eingang – zunächst das Klemmbrett mit besagter Unterschriftenliste unter die Nase und gab ihr gestikulierend zu verstehen, dass sie doch bitte spenden solle. Als unsere Mitarbeiterin verständlicherweise zögerte, rückte die zweite Frau nach und fuchtelte ihrerseits mit dem Klemmbrett über dem Schreibtisch herum. Als das Duo dann der Bitte, die Geschäftsstelle zu verlassen, nachkam, war mit ihm auch das Handy von Mitarbeiterin E. verschwunden. „Natürlich sind wir sofort auf die Straße gelaufen und haben Ausschau nach den beiden Frauen gehalten, aber die waren in Rekordzeit wie vom Erdboden verschluckt!“

Immer wieder

Vorkommnisse wie diese sind in der Ruhrstadt leider kein Einzelfall. Bei der betrügerischen „Spendensammlung“ fungieren die Klemmbretter offenbar als Ablenkung und Sichtbarriere, hinter der dann auch schonmal eine Geldbörse verschwinden kann. Es ist davon auszugehen, dass die dreisten Trickbetrügerinnen einer Bande aus Südosteuropa angehören, die ihre Einsätze und auch die von Taschendieben „professionell“ koordiniert. Nach einigen Tagen auf „Raubzug“ verschwinden die beiden Frauen von der Bildfläche, tauchen aber früher oder später wieder auf und setzten ihre Masche fort. Deshalb: Vorsicht vor falschen Spendensammlerinnen!