Schwerte und Pjatigorsk

Schwerte/Pjatigorsk. (NO) Nicht mit Wodka, sondern mit Mineralwasser frisch aus der Quelle konnte die kleine Schwerter Delegation und ihre Ansprechpartner anstoßen: Beginn eines neuen, viel versprechenden Kapitels der Partnerschaft zwischen Schwerte und Pjatigorsk. Die nordkaukasische Stadt am Fuße des Berges Maschuk liegt in einer reizvollen Gegend, die für ihre Mineralquellen, Thermalbäder und Kurorte bekannt ist. Die Schwerter Besucher waren jedoch nicht zur Erholung gekommen. Es galt, Anstoß zu geben für eine Erweiterung der Beziehungen auf bürgerschaftlicher Ebene. Ein Ansinnen, das auf russischer Seite offene Ohren fand.

Eine Woche lang hielten sich Carsten Morgenthal, Pressesprecher der Stadt Schwerte, Ressortleiter „Recht und Presse“ und Beiratsmitglied der Städtepartnerschaftsgesellschaft, Ulrich Kopitz, ebenfalls Beiratsmitglied, sowie Norbert Fendler, Mitglied der Städtepartnerschaftsgesellschaft, in der russischen Parnerstadt Pjatigorsk auf. Untergebracht waren sie im Wohnheim der dortigen Staatli-chen Linguistischen Universität, eine Einrichtung mit hohem Renommee und internationalen Kontakten, mit der Uli Kopitz über die Deutsch-Dozentin Dr. Natalia Kaschirina seit längerem Kontakt pflegt.

Ein Arbeitsbesuch

Mit Darya Babicheva von der Administration der Stadt Pjatigorsk organisierte Dr. Kaschirina die wesentlichen Programmpunkte des Aufenthalts. Beide bemühten sich aber auch, Uli Kopitz, Carsten Morgenthal und Norbert Fendler ein nicht allzu umfangreiches Programm aufzubürden. Nichtsdestoweniger war der Besuch eher Arbeit als Vergnügen. Für Feiern war – leider! – keine Zeit. Denn der Tagesablauf war vor allem durch Gespräche mit der Uni-Leitung, mit Schülern, Studenten, Lehrkräften und nicht zuletzt Journalisten der Pjatigorsker Prawda geprägt. Letztgenannten war der Arbeitsbesuch der Schwerter Delegation eine Titelgeschichte wert.

Die Schwerter Reisegruppe um Ulrich Kopitz (5.v.l.), Norbert Fendler (Mitte) und Carsten Morgenthal (4.v.r.) mit Journalistinnen und Journalisten beim Besuch der Pjatigorsker Prawda. Links die Deutsch-Dozentin Dr. Natalia Kaschirina von der Staatlichen Linguistischen Universität Pjatigorsk, als 5.v.l. Darya Babicheva von der Administration Pjatigorsk mit einem Schwerte-Teller. (Foto: Pjatigorsk Prawda)
Die Schwerter Reisegruppe um Ulrich Kopitz (5.v.l.), Norbert Fendler (Mitte) und Carsten Morgenthal (4.v.r.) mit Journalistinnen und Journalisten beim Besuch der Pjatigorsker Prawda. Links die Deutsch-Dozentin Dr. Natalia Kaschirina von der Staatlichen Linguistischen Universität Pjatigorsk, als 5.v.l. Darya Babicheva von der Administration Pjatigorsk mit einem Schwerte-Teller. (Foto: Pjatigorsk Prawda)

Sieg!

Noch recht entspannt begann der Partnerschaftsbesuch am Montag, 11. Mai, einem Feiertag im Rahmen der Siegesfeiern zum Ende des 2. Weltkriegs vor 70 Jahren, mit einem Besuch im idylli-schen Kurbad Schelesnowodsk in unmittelbarer Nachbarschaft von Pjatigorsk – wo man sich mit einem Mineralwässerchen zuprosten konnte. So grün und ruhig sich der Kurort mit seinem wunderschönen Park präsentierte, so demonstrativ wurde der Sieg der Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg zelebriert – Plakate, Spruchbänder (Pobeda! = Sieg), Symbolik im Sowjet-Stil und Fahnen allerorten, im Fernsehen Paraden ohne Ende.

Faszination Kaukausus

Pjatigorsk und die Region präsentiert sich multiethnisch. Der Kaukasus war und ist die Heimat vieler Völker, was kulturelle Vielfalt, aber auch Konfliktpotential mit sich bringt. Grosny, die Hauptstadt Tschetscheniens, ist gerade einmal 200 Kilometer entfernt. Gleichwohl fühlt man sich bei einem Stadtbummel durch Pjatigorsk keineswegs fremd und schon gar nicht bedroht. Dazu ist die Stadt mit ihren Geschäften, Cafés, Boulevards und den tief grünen Kastanienalleen viel zu einladend. Zumindest gewöhnungsbedürftig sind allerdings die Sicherheitskräfte in öffentlichen Einrichtungen, so auch der Linguistischen Universität, aber auch vor großen Supermärkten. So ganz traut man der Ruhe offenbar doch nicht.

Fortsetzung folgt.