Schwerte und Pjatigorsk

Schwerte. (NO) Auf den Begriff „Neuausrichtung“ wollte sich Heinrich Böckelühr im Hinblick auf die Städtepartnerschaft mit Pjatigorsk nicht festlegen. Vielmehr gehe es darum, den Beziehungen neuen Schwung zu geben. Damit konnte sich auch Karl Kruschel arrangieren. Mit dem Vorsitzenden des Arbeitskreises Schwerte-Pjatigorsk fanden sich am vergangenen Mittwoch rund 25 Interessierte im Bürgersaal ein, die wissen wollten, wie es weiter gehen soll mit den Beziehungen zur russischen Kaukasusstadt.

Bürgermeister Böckelühr zeigte sich offen für die Erweiterung des Austausches auch durch Beteiligung von Schwertern, die nicht dem AK Schwerte-Pjatigorsk angehören. Aus Sicht der Stadt sei auch die Einbindung der Verwaltung sinnvoll.

Gute Idee: Sportaustausch

Zuerst zu Wort meldete sich von Bürgerseite Martin Itter, 2. Vorsitzender der Schwimmabteilung von Eintracht Ergste, der im Austausch zwischen Hagen und Smolensk Russlanderfahrung erworben hat und dessen Interesse für die Mitarbeit im AK Schwerte-Pjatigorsk dort auf taube Ohren stieß. Itter regte einen Sportaustausch an und betonte, er würde gern sein Wissen auf dieser neuen möglichen Kontaktebene einbringen.

Im Hinblick auf Kosten fand er eine griffige Formel: „Wir sollten nicht zuerst über Finanzen diskutieren, sondern erst einmal über Projekte.“ Seine Erfahrung: „Die werden von der Deutsch-Russischen Gesellschaft zu 50 Prozent gefördert. Wenn gewünscht, werde ich die Kontaktaufnahme einstielen!“

Zu viel Kirche

Martin Kolöchter, Unternehmer und Vizevorsitzender des DRK Schwerte, der bereits vier Mal in Pjatigorsk zu Gast war, sagte: „Im Laufe der Zeit ist die Austauschfröhlichkeit eingeschlafen und nur ein Kirchenaustausch geblieben.“ Er wies auf das vielfältige Vereinsleben in Schwerte hin, das als Fundament eines breiteren Austausches auf Bürgerbasis dienen könne. Möglicherweise könnte auch das DRK einbezogen werden.

Dr. Ing. Joachim von Hirsch, ehemals Geschäftsführer von Hundhausen und engagiert im Studentenaustausch mit Kaliningrad/Königsberg, regte an, lokale Handwerksbetriebe für die Ausbildung von russischen Lehrlingen aus der Partnerstadt zu gewinnen. Klaus Gerhold, der Pjatigorsk zwei Mal besuchte,  bedauerte wie Kolöchter, dass „der Austausch einen kirchlichen Touch angenommen hat. Ein Ostergruß ist ja schön und gut, aber ich vermisse eine echte Kommunikation zwischen der Stadt und dem Arbeitskreis!“

Herbert Sobelat wollte Fakten wissen: „Es geht um die Zukunft der Partnerschaft mit Pjatigorsk. Was ist geplant, wie geht es weiter?“

Morgenthal fährt

Antwort von Bürgermeister Böckelühr: „Schritt eins ist die Entsendung eines offiziellen Vertreters der Stadt Schwerte im Mai. Das wird Pressesprecher Carsten Morgenthal sein. Des weiteren werden in Zukunft Gegeneinladungen über die Stadt Schwerte möglich sein.“ Weitere Kontaktgespräche sollen folgen. Zudem möchte Böckelühr bei der 13. Deutsch-Russischen Partnerschaftskonferenz vom 27. bis 30. Juni in Karlsruhe weitere Sondierungen vornehmen.

Nach nur einer Stunde musste das Bürgergespräch enden. Viele Fragen standen noch im Raum.