Schwerter Heimatkundler empört: Bodendenkmal verfällt

Ferdinand Ziese inmitten der Reste der alten Wallburg Am Ohl in Villigst. Der Heimatkundler beklagt den Verfall der alten Anlage

Ferdinand Ziese inmitten der Reste der alten Wallburg Am Ohl in Villigst. Der Heimatkundler beklagt den Verfall der alten Anlage, die eigentlich als Bodendenkmal ausgewiesen werden müsste. (Foto: NO)

Schwerte. (NO) Kurz vor Haus Villigst geht von der Iserlohner Straße aus rechts der Waldweg Am Ohl den Hang hinauf. Der Ortskundige erkennt nach rund 120 Metern auf der linken Seite eine Art Ringwall. Ein Bombentrichter? Keinesfalls, sagt Heimatkundler Ferdinand Ziese. „Das hier ist der Rest einer rund 1000 Jahre alten Wallburg, die eigentlich als Bodendenkmal ausgewiesen werden müsste. Doch wie man sehen kann: alles verfällt. Darum sich mal die Denkmalbehörde kümmern, sonst steht hier bald gar nichts mehr!“

Tatsächlich sind die Reste der uralten Anlage, in der längst Bäume sprießen, kaum noch als einstige Befestigung zu erkennen. „Hier haben Biker eine Schanze gebaut und alles geht immer weiter kaputt. So kann man doch mit unseren Geschichtszeugnissen nicht umgehen“, ist Ferdinand Ziese empört.
Der Heimatkundler, Kräuterführer und Schwerter Nachtwächter erklärt: „Der Erdwall, im Durchmesser 20 Quadratmeter groß, war ein Bestandteil der ehemaligen Einhegung der alten Wallburg. Innen stand eine Befestigung aus Holzstämmen. Wenn ein Feind durch das Ruhrtal zog, diente die Wallburg nicht nur als Rückzugsort, sondern auch als Signalstation. Mit Feuer- und Rauchzeichen wurde dann Alarm gegeben. Eine weitere Wallburg stand in am Ochsenhügel in Wandhofen, davon ist leider kaum noch etwas zu sehen. Der Name Ochsenhügel verweist übrigens auf eine germanische Kultstätte, wo Ochsen geopfert wurden… Von dort aus wurden die Alarmsignale Vom Ohl aus weitergegeben bis zum Plateau oberhalb der Flussmündung von Lenne und Ruhr zum Vorläufer der Hohensyburg. Dort konnte dann die damalige Bevölkerung Schutz suchen oder es wurden Gegenmaßnahmen ergriffen.“
Der Name „Am Ohl“, wo sich die Reste der alten Wallburg befinden, hat übrigens ebenso eine Bedeutung wie der Name „Ochsenhügel“. Dazu Ferdinand Ziese: „Das Wort ‚Ohl‘ bezeichnet ein wasserreiches Terrain. Von den dortigen Quellen aus wurde Wasser dorthin geleitet, wo sich heute das Haus Villigst befindet.“
Zeugnisse der Geschichte findet man in der heimischen Region allerorten. Doch nicht alle sind als solche zu erkennen. Das bedauert speziell im Falle der Reste der alten Wallburg Am Ohl nicht nur Heimatkundler Ferdinand Ziese, sondern auch andere Schwerter, die sich gut, teils auch beruflich, mit dem Thema auskennen.
Ziese: „Um die Wallburg sollte sich mal die Denkmalbehörde kümmern. Sie ist doch ein schützenswertes Bodendenkmal. Zumindest ein Hinweisschild müsste angebracht werden. Damit die alte Anlage mit Respekt vor der Geschichte behandelt wird!“