Schwertes neues „T.a.F.-Kulturhaus“

Schwerte. (NO) Enttäuschung und Frust der T.a.F.-Aktiven über den Verlust des ehemaligen Kindergartens in Villigst, der jetzt als Flüchtlingsheim dient, ist großer Freude gewichen. Denn mit dem Einzug in das „T.a.F.-Kulturhaus am Bahnhof“ hat das Theater am Fluss wieder eine neue und ausbaufähige Probe- und Workshopstätte. Und die steht neben den Theaterleuten auch anderen Kunst- und Kulturschaffenden offen. Platz ist genug da.

Hier an der Bahnhofstraße 34 hat das Theater am Fluss ein neues Domizil gefunden, das auch anderen Kulturschaffenden offen stehen wird. (Foto: Norbert Fendler)
Hier an der Bahnhofstraße 34 hat das Theater am Fluss ein neues Domizil gefunden, das auch anderen Kulturschaffenden offen stehen wird. (Foto: Norbert Fendler)

Die Initiative, dem Theater am Fluss dieses Haus in der Bahnhofstraße 34 anzubieten – ehemals ein asiatisches Restaurant – kam von einer Schwerter Bürgerin, die dem T.a.F. nach Verlust des Kindergartens rasch helfen wollte. Intendant Lars Blömer: „Dieses überraschende Mietangebot kam für uns in höchster Not. Wir sind dafür überaus dankbar und glücklich, denn wir hatten schon angefangen, über Spielplankürzungen nachzudenken. Dass von privater Seite ein solches Unterstützungsangebot kam, zeigt, dass unsere Entscheidung, uns gegen die Kündigung des Kindergartens zu wehren, richtig war. Letztlich haben wir so eine gute Lösung für alle Beteiligten erwirkt: Für die Menschen, die Asyl im Kindergarten Villigst finden, und uns Theaterschaffende, die eine neue privat organisierte und damit unabhängige Heimat gefunden haben!“

Das Haus am Bahnhof verfügt über zahlreiche ausreichend große Räume, in denen die Stücke inszenierungsnah geprobt werden können. Bei traditionell zwölf Produktionen pro Spielzeit werden auch die oft erforderlichen parallelen Proben für zwei bis drei Produktionen gut möglich sein. Besonders für die regelmäßigen Workshops und Proben des aus Kindern und Jugendlichen bestehende Jungen Ensembles bietet das neue T.a.F.-Domizil ein geeignetes Umfeld. Zudem ist es auch für Besucher aus Dortmund – seien es Interessierte oder Aktive – wegen der Bahnhofsnähe gut zu erreichen.

Hilfe von Lions

„Die Schwerter Lions haben uns dankenswerter Weise bereits Unterstützung für Umzugs- und Ausstattungskosten zugesagt. So kann die Arbeit losgehen“, freut sich Blömer. Requisiten und Bühnenbilder finden ebenfalls ihren Lagerplatz. Im Erdgeschoss wird es wieder eine gemütliche Ecke geben, in der interessierte Vereinsmitglieder die Proben verfolgen oder einfach nur Theaterluft schnuppern können. Einige Räume in der ersten und zweiten Etage, die demnächst als Ateliers dienen werden, sind bereits vergeben.

Intendant Lars Blömer: „Kultur in einer Stadt wie Schwerte muss vielfältig sein und soll sich entfalten können. Ein lebendiges Kulturleben besteht aus Musik aller Richtungen, Tanz, Malerei, Bildhauerei, Kunsthandwerk, Literatur und natürlich auch dem Theater. Nicht zu vergessen mögliche Mischformen, die zu der einen oder anderen spannenden Performance führt. Es ist daher meine Vision, dass in ’unserem’ unabhängigen und privat organisierten Kulturhaus all diese künstlerischen Aktivitäten eine feste Wirkungsstätte haben. In dieser Hinsicht wollen wir ein offenes Haus sein!“