Schwertes Schichtwesen braucht neue Impulse: Oberschichtmeisterwahl am 13. März

Blicken der Oberschichtmeisterwahl am 13. März entgegen (v.l.): Kandidatin Jutta Kriesten, Beisitzerin Anna Kohlmees, Kandidat Michael Schubert, Geschäftsführerin Sabine Totzauer und der noch amtierende Oberschichtmeister Christopher Wartenberg. (Foto: NO)

Schwerte. (NO) Zum neunten Mal wählen demnächst die Schwerter Nachbarschaften einen neuen Oberschichtmeister. Christoph Wartenberg, der bislang achte Amtsinhaber, tritt aus beruflichen Gründen zurück. Die Wahlen finden im Rahmen der Schichtmeisterkonferenz am 13. März ab 19.30 Uhr in der Gaststätte „Zum Rathaus“ statt.

Zwei Kandidaten

Wartenbergs Nachfolger bzw. seine Nachfolgerin werden von jeweils drei Vertretern der 32 Schichte im Schwerter Stadtgebiet bestimmt, von denen aber nur noch rund ein Dutzend aktiv sind. Es kandidieren Jutta Kriesten (63), seit 2015 stellvertretende Oberschichtmeisterin, und Michael Schubert (58), acht Jahre stellvertretender Oberschichtmeister in der Zeit von Ernst Kunert und seit 2014 Mitglied des Beirats.

Engagierte Arbeit

Christopher Wartenberg, der seinerzeit eine Magisterarbeit über das Schichtwesen geschrieben hatte und von Freunden aus gutem Grund „Schichti“ genannt wurde, hat sich nach Kräften für das Nachbarschaftswesen in Schwerte engagiert. Mit 28 wurde er als Nachfolger von Ernst Kunert gewählt, der 2014 nach Norddeutschland zog. Er führte unter anderem Sprechstunden für Nachbarn ein, präsentierte sich bei Stadtführungen als Hofrat Friedrich Bährens und organisierte die Reihe „Montags im Museum“.

Ein Zeichen der Zeit

Trotz aller Bemühungen ist das Schichtwesen in Schwerte, von Ausnahmen abgesehen, nicht mehr das, was es einmal war. Ein Schicksal, das es mit Männerchören und vielen anderen Vereinen teilt. Viele Bürgerinnen und Bürger, zumal Jugendliche, stehen regelmäßigen Verpflichtungen eher skeptisch gegenüber, wollen sich in der Regel nicht mehr so stark wie in früheren Zeiten einbinden lassen. Ganz anders in den 50er Jahren, als Norbert Kaufholt, der 1950 das Oberschicht als Spitzengremium der Schwerter Nachbarschaften gründete, aktiv war. Eine Aufbau- und Aufbruchszeit, in der es wenige Fernseher, dafür aber viele Kneipen gab. Hunderte von Schwertern kamen damals zu den Schichtfesten.

Idee bleibt aktuell

Doch der Grundgedanke der Schichte, die organisierte Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe, ist auch heute noch aktuell. Und im Hinblick auf Bürgerengagement und Bürgerkommune sogar aktueller denn je. Welche neuen Impulse entweder Jutta Kriesten oder Michael Schubert dem Schwerter Schichtwesen vermitteln wollen, ist allerdings noch nicht spruchreif. Bei einem Treffen in dieser Woche hielten sich beide noch bedeckt. Nach der Wahl am 13. März wird man weiter sehen.