„Skandal im Sperrbezirk“

Schwerte. „Skandal im Sperrbezirk“. Mit diesen überspitzten Worten resümiert Bürgermeister Heinrich Böckelühr die einhellige Auffassung seiner Amtskollegen während des gemeinsamen Gesprächs von Vertreterinnen und Vertreter der Dortmunder Nachbarstädte, das am Dienstag, 12. April 2011, auf Einladung des Regierungspräsidenten Dr. Gerd Bollermann stattfand. „Es herrschte große Einmütigkeit unter den anwesenden Bürgermeisterkollegen und kommunalen Behördenvertretern, dass die Entscheidung des Dortmunder Stadtrates nicht ohne Auswirkungen für die umliegenden Kommunen bleibt.“

Stadt als Sperrbezirk

Der Rat der benachbarten Großstadt hatte Ende März beschlossen, angesichts der Zustände in der Nordstadt einen Sperrbezirk für den gesamten Stadtbezirk zu verhängen. Dadurch soll die Straßenprostitution eingedämmt werden. Letztlich muss der Regierungspräsident zuständigkeitshalber die Verordnung aber erlassen. Um vorab die Auffassungen der benachbarten Städte einzuholen, hatte Dr. Gerd Bollermann jetzt zu diesem Gespräch eingeladen.

Signalwirkung

Übereinstimmend sei man der Auffassung gewesen, so Heinrich Böckelühr weiter, dass nur allein durch ein stadtweites Verbot der Straßenprostitution auch in den umliegenden Kommunen ein deutliches Signal in Richtung Bulgarien, woher die meisten Prostituierten stammen, gesetzt werden kann.

Wie bereits von Bürgermeister Heinrich Böckelühr für die Stadt Schwerte in Aussicht gestellt, wollen auch die anderen Städte seiner Ankündigung folgen und sich den Erlass einer eigenen Sperrbezirksverordnung vorbehalten, sollte für Dortmund bald ein stadtweites Verbot der Straßenprostitution in Kraft treten.

Handlungsbedarf

Bürgermeister Heinrich Böckelühr will jetzt den Rat der Stadt Schwerte in seiner nächsten Sitzung im Mai über den Inhalt des Behördengesprächs offiziell informieren. „Möglicherweise liegt bis zu diesem Zeitpunkt auch schon eine Entscheidung der Bezirksregierung Arnsberg vor, ob die vom Rat der Stadt Dortmund beschlossene stadtweite Sperrbezirksverordnung durch den Regierungspräsidenten erlassen wird.“ In diesem Fall beabsichtigt Heinrich Böckelühr die Zustimmung des Rates der Stadt Schwerte einzuholen, um auch für die Stadt Schwerte eine Sperrbezirksverordnung, die zunächst vom Rat der Stadt Schwerte beschlossen werden muss, ohne Zeitverlust auf dem Weg zu bringen. „Wir müssen handeln, bevor es zu spät ist und der Verdrängungseffekt über unsere Stadtgrenzen schwappt“, so Heinrich Böckelühr abschließend.