Sparkassendirektor in Schwerte: kein Job für Peer Steinbrück

Schwerte. „Niemand hat die Absicht, Peer Steinbrück zum Sparkassendirektor in Schwerte zu wählen.“ Mit einem Augenzwinkern dementierte Bürgermeister Heinrich Böckelühr einen Artikel, der in der Frankfurter Rundschau am vorigen Wochenende erschienen war.

Ebenfalls nicht ganz ernst gemeint hieß es in dem mit „Das war’s, Herr Steinbrück“ überschriebenen Leitartikel über den SPD-Kanzlerkandidaten: „Peer Steinbrück hat am Wochenende seinen Rücktritt als Kanzlerkandidat der SPD erklärt. Das hat er zwar – entgegen seiner Gewohnheit, mit der Kavallerie ins Haus zu fallen – nur indirekt gesagt, aber doch unmissverständlich. Niemand, der die einschlägigen Äußerungen Steinbrücks gelesen hat, wird daran zweifeln, dass der Mann entschlossen ist, eher Sparkassendirektor beispielsweise in Schwerte zu werden als Kanzler der Bundesrepublik Deutschland.“

In der nächsten Sitzung des Rates der Stadt Schwerte am 6. März 2013 gehe es allein um die Wiederbestellung von Sparkassenvorstand Dr. Uwe Trespenberg, so der Bürgermeister. Dr. Uwe Trespenberg genieße das Vertrauen des Verwaltungsrates der Sparkasse, dessen Vorsitzender Heinrich Böckelühr ist. „Von einer Kandidatur des ehemaligen Ministerpräsidenten ist mir nichts bekannt. Ebenso wenig ist mir bekannt, dass der amtierende Sparkassenvorstand Spitzenkandidat der SPD werden möchte.“

Denn auch das hatte die Frankfurter Rundschau ebenfalls mit einem Augenzwinkern gemutmaßt. Wörtlich heißt es dort: „Und was seine Zukunft als Sparkassenchef in Schwerte betrifft: Die Sparkasse der Ruhrgebietsstadt im Kreis Unna hat die Gehälter ihres Vorstands vor zwei Jahren offengelegt. Danach bezieht der Sparkassenchef 241.000 Euro p.a. (ohne Boni), also rund 25.000 Euro mehr als die Bundeskanzlerin. Da das Gehalt des Schwerter Sparkassenchefs jedoch abhängig ist vom Volumen des Kundengeschäfts, könnte ein Sparkassendirektor Steinbrück seine Einkünfte durch Eröffnung eines Kontos deutlich steigern, auf dem er die Millionenerträge aus seinen Nebentätigkeiten als Bundestagsabgeordneter zinsgünstig anlegt. Dazu müsste allerdings der derzeitige Sparkassenchef seinen Platz räumen und seine Zukunft beispielsweise als Kanzlerkandidat der SPD suchen. Das ist angesichts der miserablen Dotierung als Bundeskanzler jedoch eher unwahrscheinlich.“