„Sprungbretter“ in der Rohrmeisterei

Schwerte. In der Schwerter Rohrmeisterei, Ruhrstraße 20, findet am Samstag, 26. November 2011, Start: 17 Uhr, die zweite Auflage des Theaterfestivals „Sprungbretter“ statt. Im Rahmen der Kooperation mit dem Theaternetzwerk der Hellwegregion stellen drei Gruppen aus der Region aktuelle Stücke der jungen Theaterszene vor. Begleitet wird das Festival von musikalischen Darbietungen junger Künstler.

In der Schwerter Rohrmeisterei findet am 26. November die zweite Auflage des Theaterfestivals „Sprungbretter“ statt. Im Rahmen der Kooperation mit dem Theaternetzwerk der Hellwegregion stellen drei Gruppen aus der Region aktuelle Stücke der jungen Theaterszene vor. Begleitet wird das Festival von der Band „Ruhrschrei“ (Foto). (Foto: Veranstalter)

Das Theater Narrenschiff aus Unna wird mit dem Stück „Dein Leben in 65 Minuten“ von Albert Espinosa teilnehmen. Die Theatergruppe der Jugendkunstschule Bergkamen beteiligt sich mit dem Stück „Entwischt!“ von Derek Benfield. Für die Rohrmeisterei Schwerte wird Jungregisseur Moritz Riesewieck, Student der Schauspielregie an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin und Deutschlandstipendiat, „Siebenschläfer“ darbieten. Der Schwerter Beitrag wurde und wird in einem Theaterworkshop in der Rohrmeisterei am gestrigen 4. und heutigen 5. November mit Jugendlichen erarbeitet.

Für musikalische Unterhaltung sorgen die Schwerter Band „Ruhrschrei“ sowie der Unneraner Künstler Nils Jacobi. Das Festivalticket kostet 8 Euro. Weitere Infos: Tel. 02304/ 201-3001 beziehungsweise unter  www.sprungbretter-festival.de.

„Dein Leben in 65 Minuten“

Die Aufführung des Theaters Narrenschiff aus Unna – Regie: Judith Binias und André Decker – steht zuerst auf dem Programm. – „Irgendwann wart ihr so glücklich, so, so glücklich, dass ihr dachtet, ihr würdet nie wieder so glücklich sein. Ihr dachtet, dass es keinen Sinn hätte, das Glück festhalten zu wollen, dass alles keinen Sinn mehr hätte, wenn ihr auch nur ein Stück von diesem Glück verlieren würdet.“ – Lluc, Francisco und Ignatio sind seit ihrer gemeinsamen Schulzeit befreundet. Mit Charme und Situationskomik kommentieren sie ihr Leben. Als sie in der Zeitung die Todesanzeige eines Schulkameraden sehen, beginnt ein Verwechslungsspiel und ihre Vergangenheit holt sie ein. Auf der Beerdigung verliebt sich Lluc in die Schwester des Verstorbenen und auch seine Exfreundin meldet sich zu Wort! Hat dein Leben einen tieferen Sinn? Und warum sterben „alle Guten“ mit 27?

Der Spanische Autor Albert Espinosa beschreibt in seiner Sozialkomödie mit viel Wortwitz und versteckten Weisheiten das Leben junger Erwachsener von heute, die auf der Suche nach ihrem Glück auf Umwegen zum Ziel gelangen. Das Theater Narrenschiff ist froh, dem Publikum die deutsche Erstaufführung, neun Jahre nach der spanischen Uraufführung, präsentieren zu können.

„Siebenschläfer“

Weiter geht es um 18.30 Uhr mit „Siebenschläfer“, Regie: Moritz Riesewieck. – Während andernorts Revolution gemacht werde, sei die Verwandlung des deutschen Michel zum Wutbürger bei Licht betrachtet nicht mehr als ein Schlafwandeln. „Arm und reich trennt eine Kluft wie vor hundert Jahren, wer ins falsche Milieu geboren wird, hat seine Chance verspielt und die Politik arbeitet für 82 Millionen Zuschauer als Sandmännchen im Dienste des Kapitals. Während wir noch vom kommenden Aufstand träumen und bei Wut-Workshops an Empörung erschöpfen, trainieren sieben konvertierte Nager: Sie wollen sich und Euch zu Schläfern machen.“

„Siebenschläfer“ ist ein Projekt im Fluss. Junge Menschen an verschiedenen Orten mit verschiedenen Biographien entwickeln das Stück beständig weiter und befragen es immer wieder neu. In Schwerte werden dies die sieben Darsteller sein, die im aktuellen Workshop mit dem Berliner Regisseur Riesewieck ihre Version der Inszenierung gestalten und erproben.

„Heaven or Las Vegas“

Das Theater Narrenschiff folgt erneut, und zwar um 20.45 Uhr mit „Heaven or Las Vegas“, Choreografie: André Decker, Originaltexte: Judith Binias. – Irgendwo zwischen Bewegung und Wort, zwischen Realitätsverlust und Dasein, zwischen Himmel und Las Vegas… – Ein Spiel, ein Risiko, das man eingeht. Das Pokern mit der Kreativität ist der Einsatz des Spiels. Liebe, Angst, Rausch, Abhängigkeit, Traum und Wahnsinn. Findet man sich in Situationen wieder, die für sich stehen und doch eine Verbindung haben? In „Heaven or Las Vegas“ tun sich unbekannte Verbindungen auf, mal schmerzlich, mal liebevoll. Findet man seine Identität, wenn man sich im Anderen wiederfindet?

Empfohlen für Zuschauer ab 16 Jahren!

„Entwischt“

Um 22.30 Uhr gastiert die Theatergruppe der Jugendkunstschule Bergkamen in Schwerte, Regie: Wilfred Müller, mit: „Entwischt!“ – Harold Spook ist von einer Bande Krimineller aus dem Gefängnis befreit worden, um den Bandenmitgliedern zu verraten, wo er im Hook House Hotel, in dem das Stück spielt, die Beute eines Banküberfalls versteckt hat. Unglücklicherweise ist er der falsche Harold Spook und hat keine Ahnung, wo sich das Geld befinden könnte. Darüber hinaus ist dieser Harold ein Trottel, der die Bande jederzeit verraten könnte. Weitere Gefahren bedeuten Norah, die mannstolle Ehefrau des Hotelbesitzers, Edna, ihre Schwester, die beständig die ausgeklügelten Pläne der Bandenmitglieder durcheinander bringt, und die Furcht einflößende Richterin Fletcher-Brewer, der alle Männer verdächtig vorkommen.

Musik: 20 Uhr Nils Jacobi singt Jaques Brel, ab 21.45 Uhr gibt es Punkrock mit Ruhrschrei.