Stadt Schwerte ist besorgt wegen Dortmunder Möbelhaus-Pläne

Die Dortmunder Möbelhaus-Pläne stoßen im Rathaus auf Kritik. Über Auswirkungen und die Reaktion der Stadt Schwerte sprachen jetzt (v.l.) Michael Reuper, Inhaber der „Wohnwelt Reuper“ in Geisecke, Stadtplaner Adrian Mork, der Werbegemeinschafts-Vorsitzende Peter Rienhöfer und Stadtpressesprecher Carsten Morgenthal. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) Auf großes Unbehagen stoßen im Schwerter Rathaus die Pläne der Stadt Dortmund, wonach im dortigen Stadtgebiet zwei große Möbelhäuser entstehen sollen. Die Unternehmen Segmüller und XXL Lutz planen Niederlassungen an der Bornstraße in der Nordstadt bzw. am Indu-Park unterhalb des Rheinlanddamms. Weit weg? Für Schwerte nicht weit genug.

Beunruhigt sind ebenso Michael Reuper, Geschäftsführer des Einrichtungshauses „Wohnwelt Reuper“ im Stadtteil Geisecke, sowie Peter Rienhöfer, Vorsitzender der Werbegemeinschaft Schwerte. Sie sorgen sich nicht aber nicht nur wegen des neues Möbelangebots, ihnen gibt vor allem das so genannte Randsortiment in den geplanten Dortmunder Niederlassungen zu denken.

Randsortiment – das sind beispielsweise Lampen, Bilder, Teppiche, Geschirr, Deko etc. Gerade dieses Angebot, so die Befürchtung, könnte manchen lokalen Händlern das Wasser abgraben.

Schaden befürchtet

„Die Stadt Schwerte wird sich mit den beabsichtigten Ansiedlungen in Dortmund nicht abfinden, weil sie dem hiesigen Handel großen Schaden zufügen werden“, erklärte der für Stadtplanung zuständige Fachbereichsleiter Adrian Mork am Donnerstag im Rathaus nach Bekanntwerden der Pläne. Michael Reuper wies auf die Größenordnung des Vorhabens hin: „Wohnwelt Reuper ist mit rund 10.000 Quadratmetern Fläche im Vergleich mittelgroß. An beiden Dortmunder Standorten ist hingegen mit einer Größenordnung von insgesamt etwa 85.000 Quadratmetern zu rechnen!“

Auch wenn sich die Frage stellt, ob denn wirklich so viele Schwerte demnächst wegen Möbel und Randsortiment nach Dortmund fahren würden, ist man im Schwerter Rathaus besorgt – und auch verärgert. Denn: „Die regionale Entwicklung muss im regionalen Konsens erfolgen und nicht im Alleingang einzelner Großstädte, und das Umland hat dann das Nachsehen“, so Adrian Mork.

Bitte um Kooperation

In diesem Zusammenhang verweist er auf sein jüngstes Schreiben an die Stadt Dortmund. Darin bietet er als Stadtplaner der Stadt Schwerte der Nachbarkommune Dortmund an, künftig bei der Ausweisung und Planung von neuen Gewerbegebieten im Bereich des Dortmunder Südens zu kooperieren. „Interkommunale Gewerbegebiete sind das Gebot der Stunde der Stadtplanung und weniger Kirchturmspolitik der jeweiligen örtlichen Wirtschaftsförderung“, sagt Adrian Mork, der nun auf die Antwort aus dem Dortmunder Rathaus gespannt ist.

Die Ansiedlung der neuen Möbelhäuser in Dortmund müssten verhindert werden, sagt Adrian Mork und will für einen Schulterschluss der umliegenden Kommunen werben.