Stadt Schwerte sucht weiter nach Wohnungen

Schwerte. (as) Aus der kurzfristigen Amtshilfe wird eine längerfristige Lösung. Noch für ein weiteres halbes Jahr wird die Sporthalle am Stadtpark als Not-Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge benötigt. Das teilte Regierungspräsidentin Diana Ewert, Nachfolgerin des vor wenigen Tagen in den Ruhestand verabschiedeten Gerd Bollermann, Bürgermeister Heinrich Böckelühr mit. Letzterer ist Realist: „Wir müssen also davon ausgehen, dass die Halle bis Februar oder März 2016 benötigt wird – mindestens“, sagt Heinrich Böckelühr.

„Das heißt: Wir müssen das Objekt winterfest machen.“ Das Objekt ist das ehemalige Parkdeck unter der Sporthalle. Dort nehmen die Flüchtlinge ihre Mahlzeiten ein. Böden müssen eingezogen, die Öffnungen in den Wänden geschlossen werden. Und natürlich muss das ehemalige Parkdeck beheizt werden, damit sich hier Menschen aufhalten können. „Das muss jetzt schnell gehen“, mahnt Heinrich Böckelühr.

Überhaupt spielt Geschwindigkeit immer häufiger eine Rolle bei den Überlegungen von Bürgermeister und Krisenstab im Rathaus. „Wir bemühen uns weiter um Wohnraum“, sagt Heinrich Böckelühr. Zunächst spricht er von den dringend benötigten Wohnungen, die die Stadt für Asylbewerber und Flüchtlinge anmieten oder sogar kaufen möchte. Dann wendet sich sein Blick in eine gar nicht so ferne Zukunft: „Nicht alle, aber einige Menschen, die nach Schwerte gekommen sind, werden hier bleiben wollen“, sagt er. „Wir haben aber keinen Wohnraum. Jedenfalls nicht genug.“

Die Konsequenz: „Wir müssen bauen. Wenn das nicht private Dritte tun, dann müssen wir das als Stadt Schwerte machen.“ Und was? „Wir müssen uns fragen, ob wir ein Ledigenheim brauchen“, sagt der Bürgermeister. Denn: „Wir haben hier eine hohe Anzahl an alleinstehenden Männern.“ Wichtig sei aber auch, an Wohnungen im Rahmen der Familienzusammenführung zu denken.
„Wir können nicht die Augen vor der Wirklichkeit verschließen“, sagt Heinrich Böckelühr. „Wir müssen jetzt Vorsorge treffen.“

In Sachen Wohnraum, aber auch in Sachen Integration. Deutschkurse seien wichtig, aber auch Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten. „Es kommen schließlich nicht nur die gut ausgebildeten Ärzte mit hervorragenden Englisch- und Deutschkenntnissen“, sagt der Bürgermeister. „Das sind Menschen wie du und ich.“ Menschen, die sich nicht sofort verständigen können. Die nach dem Schrecken der Flucht erst einmal zur Ruhe kommen müssen. Nicht jedem Ankommenden wird es leicht fallen, sich nach dem Schrecken der Flucht nahtlos in einem neuen Land, einer neuen Stadt, also in Schwerte zurecht zu finden. Hilfe ist nötig.

Bis zur Erschöpfung werde zurzeit im Rathaus gearbeitet. Zehn, elf, zwölf Stunden pro Tag – ganz egal. Doch Heinrich Böckelühr weiß, dass die Verwaltung nur den Rahmen schaffen kann. Sie ersetzt nicht den Kontakt zur Bevölkerung. Herzenswärme, Freundschaften und Hilfestellungen auf Augenhöhe seien nötig. „Viele helfende Hände machen das möglich“, sagt er. Sein Dank richtet sich ausdrücklich an die Mitglieder des Arbeitskreises Asyl und all die vielen anderen Ehrenamtlichen und Freiwilligen, die den Flüchtlingen in Schwerte ein herzliches Willkommen bereiten.