Stadtbücherei verleiht Menschen

Schwerte. Ein gutes Buch kann unterhalten und im besten Fall neue Perspektiven und Horizonte eröffnen. Im Gespräch mit Menschen ist es oft genauso. Also warum zu bestimmten Themen nicht einfach mal Gesprächspartner verleihen? Das dachten sich die Mitarbeiter der Stadtbücherei und hoben das neue Veranstaltungsformat „Lebende Bücher“ aus der Taufe. Die Stadtbücherei leiht damit ausnahmsweise keine Medien, sondern Menschen für ein 30-minütiges Gespräch aus.

Die Veranstaltung dazu heißt „Flucht aus der Heimat – Ankommen in Schwerte“. Im Rahmen der Flüchtlingsarbeit des Kultur- und Weiterbildungsbetriebs möchte sie helfen, den Kontakt zwischen Bürgern und Flüchtlingen zu fördern und Vorurteile abzubauen. Der Arbeitskreis Asyl unterstützt die Aktion tatkräftig, ohne ihn wäre sie nicht zustande gekommen.

Am Donnerstag, 10. Dezember 2015, können von 16.30 bis 19 Uhr halbstündig lebende Bücher gebucht werden. Entweder geschieht das direkt nach Verfügbarkeit in der Stadtbücherei oder vorab per Reservierung unter Tel. 104-889.

Lebende Bücher

Folgende lebende Bücher stellen sich als Gesprächspartner zur Verfügung: Torsten Kiesheyer vom Arbeitskreis Asyl Schwerte vermittelt und betreut Flüchtlingspaten. Er kennt die Situation der Schwerter Flüchtlinge genau.
Eine irakische Familie, drei Kinder im Alter von 21, 23 und 25 Jahren und ihr Vater, waren ein Jahr auf der Flucht. Sie sprechen über die Gründe, ihre Heimat zu verlassen, über das Jahr unterwegs und die ersten Wochen in Schwerte. Mahmoud ist Syrer und lebte als Student der Wirtschaftswissenschaften in Damaskus, bevor er 2013 floh. Über die Türkei und Griechenland kam er im September 2014 nach Schwerte. Nach dem Aufenthalt in zwei Übergangsheimen lebt er jetzt in einer eigenen Wohnung und absolviert ein freiwilliges soziales Jahr. Der Hagener Lino bringt Hilfsgüter mit dem Auto nach Ungarn. Er ist Aktivist der Wuppertaler Initiative „Cars of Hope“. Am Donnerstag wird um 18.30 Uhr ebenfalls in der Stadtbücherei die Ausstellung „Asyl ist Menschenrecht“ eröffnet, die der Schwerter Klaus Pannott initiiert hat und bis zum 23. Dezember zu sehen ist.