Stimme der Stummen

Schwerte. (NO) Wer nichts weiß von Pater Beda – was in Schwerte und Umgebung kaum möglich ist – kennt wenigstens die Sammlungen von Altpapier und Altkleidern, mit den Pater Bedas Projekte in Brasilien seit Jahrzehnten unterstützt werden. Schon lange ist das größte südamerikanische Land die zweite Heimat des Franziskanerpaters geworden. Jetzt feiert Pater Beda sein 50-jähriges Priesterjubiläum.

Der Franziskanerpater Pater Beda – mit bürgerlichem Namen Linus Vickermann – wurde in Deilinghofen geboren, bevor die Familie nach Ergste zog. Längst ist Brasilien seine zweite Heimat geworden. Für seine Entwicklungsprojekte und den unermüdlichen Einsatz für Arme und Schwache wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Am Sonntag, 2. September, feiert Pater Beda sein goldenes Priesterjubiläum. (Foto: Aktionskreis Pater Beda)

Klare Aussage

Die Stimme von Pater Beda ist immer deutlich zu hören. Was nicht die Lautstärke betrifft, sondern die Klarheit der Aussagen. Hier steht und spricht ein Mann, der Stellung bezieht. In seiner Stimme finden sich all diejenigen wieder, die nicht sprechen können, die verstummt sind: Die Vergessenen, die Armen der Welt.

Sieben Kinder

Die ursprünglich in Opherdicke beheimatete Familie Vickermann ließ sich zunächst in Deilinghofen nieder und zog 1965 nach Ergste. Sieben Geschwister, sechs Jungen und ein Mädchen, zählte die Kinderschar, darunter Bernhard und Eberhard Vickermann. Der Letzgenannte organisiert bekanntlich schon seit 43 Jahren die Altpapier- und Altkleidersammelaktionen zugunsten von Pater Beda im Ruhrtal. Der zweitälteste Bruder Linus wurde später unter dem Ordensnamen Pater Beda nicht nur im Schwerter Raum bekannt.

Auf der Seite der Armen

Die Aktivitäten des Franziskaner-Missionars, der am Heiligabend 1934 geboren wurde und 1962 die Priesterweihe in Salvador/Brasilien empfing, sind so präsent, dass sie hier nicht nochmals vorgestellt werden müssen. In Kürze nur dies: Der Pater betreibt Entwicklungsprojekte in den Dürregebieten Nordostbrasiliens mit dem Ziel der Hilfe zur Selbsthilfe. „Armutsbekämpfung muss konsequent die Förderung der produktiven Fähigkeiten der Armen zum Ziel haben“, so sein Credo.

Bundesverdienstkreuz

1984 wurde der Aktionskreis Pater Beda für Entwicklungsarbeit e.V. für schnelle, gezielte und unkomplizierte Hilfe gegründet. In den 80er Jahren war der Franziskaner mit seinem in die Tausende gehenden Helferkreis Deutschlands größter Papiersammler. Soviel wie damals kommt heute – vor allem wegen der Blauen Tonne – freilich nicht mehr zusammen. 2003 wurde Pater Beda mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Goldenes Jubiläum

Die Feier anlässlich des goldenen Priesterjubiläums von Pater Beda findet am Sonntag, 2. September 2012, mit einem feierlichen Dankgottesdienst im Kloster Bardel, Bad Bentheim, statt, wo er am 1. August 1956 in den Franziskanerorden eintrat. Hierzu laden die Franziskanergemeinschaft und der Aktionskreis Pater Beda langjährige Weggefährten und Freunde, die Familie und alle, die mit Pater Beda verbunden sind, um 14.30 Uhr in die Klosterkirche ein.

Nach dem Gottesdienst ist eine Begegnung bei Kaffee und Kuchen geplant, anschließend kommt die Festgesellschaft nochmals in der Turnhalle des Missionsgymnasiums zusammen, um einige Ansprachen und Grußworte zu hören.

Auf besonderen Wunsch von Pater Beda hat der Aktionskreis Schwester Aurieta und Schwester Denise vom Kinder- und Jugendförderprojekt „Turma do Flau“ aus Recife/Brasilien eingeladen. Mit den Schwestern arbeitet Pater Beda schon mehr als 30 Jahre zusammen, weit über die Projektpartnerschaft hinaus.