Sucht geht nicht in Rente

Schwerte. (Red.) Sucht geht nicht in Rente! In Deutschland sind mehr als 400.000 Menschen über 60 Jahren alkoholabhängig und bis zu 2,8 Mio. älterer Menschen nehmen Medikamente ein, die die Psyche beeinflussen. Als Facheinrichtung für ältere Menschen macht sich das Grete-Meißner-Zentrum an der Schützenstraße 10 dafür stark, das Thema der Suchtentwicklung im Alter mehr in die Öffentlichkeit zu rücken. Gemeinsam mit der Suchtberatungsstelle des Kreises Unna und der Diakonie Schwerte wurde eine Veranstaltungsreihe entwickelt, die das Ziel hat, für dieses Thema zu sensibilisieren, Informationen zu geben und auf die in Schwerte und Umgebung vorhandenen Unterstützungsangebote aufmerksam zu machen. Die Sucht steht im Blickpunkt einer kostenfreien Veranstaltungsreihe, die in der kommenden Woche beginnt.

Sucht im Brennpunkt

  • Dienstag, 1. April 2014
    „Sucht geht nicht in Rente“ – Sucht im Alter: ein informatives Angebot für Betroffene, Angehörige und Helfer.
  • Dienstag, 24. Juni 2014
    „Wie kann ich uns helfen?“ – Möglichkeiten für Angehörige, Freunde oder professionelle Helfer, abhängigen Menschen zu begegnen und sie zu unterstützen.
  • Dienstag, 19. August 2014
    „Viele Wege, ein Ziel“ – Hilfemöglichkeiten für suchtmittelabhängige Menschen.
  • Montag, 29. September 2014
    „Abstinenz trifft Gemeinschaft“ – Mit Menschen statt eisern und allein.
  • Montag, 20. Oktober 2014
    „Gehirn sucht Fitness“ – Geistiges Training statt geistiger Getränke.

Jeweils um 16.30 Uhr um im Grete-Meißner-Zentrum in Schwerte.

„Wir möchten das Thema aus der Tabuzone holen“, sagt Manuela Koerber, Mitarbeiterin der Suchtberatungsstelle. Ihre Veranstaltung „Sucht geht nicht in Rente“ bildet am Dienstag, 1. April 2014, ab 16.30 Uhr im Grete-Meißner-Zentrum den Auftakt der Reihe. Die Suchttherapeutin informiert über die Entwicklung und über die Folgen von Alkohol- und Medikamentenabhängigkeit im Alter. Veränderungen, die typisch oder gehäuft im Alter eintreten, wie der Verlust des Partners oder der Freunde, können mögliche Auslöser für die Entstehung einer Abhängigkeit sein. Auch andere Ereignisse wie die Verrentung oder eine Erkrankung, die theoretisch jeden treffen können, sind häufig Ursache für eine ungünstige Entwicklung .

„Wenn es uns gelingt, mit diesen Veranstaltungen eine breitere Sensibilisierung für das Thema zu erreichen, kann suchtkranken Menschen in Schwerte früher oder besser geholfen werden“, sagt Andrea Schmeißer, Leiterin des Grete-Meißner-Zentrums.

An fünf Terminen bis Oktober werden neben der grundlegenden Information auch konkrete Hilfeangebote für Abhängige und Angehörige aufgezeigt. Das Hilfesystem für Betroffene wird vorgestellt. Außerdem stellt Marlies Erle, Sprecherin einer örtlichen Selbsthilfegruppe, ihre Arbeit vor.

Geistiges Training statt geistiger Getränke

Die letzten beiden Termine geben einen Überblick über die Möglichkeiten, die den Aufbau eines (neuen) funktionierenden sozialen Umfelds fördern und erleichtern können. Und schließlich verdeutlicht Dr. Arno Weißgerber, Gedächtnistrainer im Grete-Meißner-Zentrum, bei der Veranstaltung „Geistiges Training statt geistiger Getränke“, dass Beeinträchtigungen der geistigen Leistungsfähigkeit als Folgeschäden von übermäßigem Alkoholkonsum reversibel sind. Voraussetzung hierfür ist die Abstinenz und ein gezieltes Hirnleistungstraining.

Die Reihe „Sucht im Fokus“ richtet sich an betroffene Menschen und ihre Angehörigen. Auch Freunde und professionelle Helfer wie Mitarbeitende von Pflege- und Hilfsdiensten sowie allgemein Interessierte erhalten viele Informationen und Impulse.

Die Veranstaltungen sind kostenlos und finden im Grete-Meißner-Zentrum, Schützenstraße 10, in Schwerte statt. Hier gibt es auch weiterführende Informationen von Andrea Schmeißer, Telefon 02304/ 939381.