Tipp der Woche: Verletzt, was tun? Die P E C H-Regel

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(Fotos: shauking/pixabay, privat)

Selbst wenn man noch so vorsichtig ist – eine Verletzung beim Sport kann leider schnell mal passieren. Auch wenn es sich nicht um eine größere Verletzung oder einen schweren Unfall handel (dann sofort 112 anrufen!), ist schnelle Hilfe dennoch wichtig.
Wochenkurier-Sportexperte Bernd Lingen (Rehavison Schwerte) kennt wertvolle Tipps und Tricks, wie Sie sich selbst bei einer solchen Verletzung schnell helfen können:
Die P E C H-Regel (Pause, Eis, C(K)ompression, Hochlagern) fasst die Behandlungsmaßnahmen bei Muskel- und Gelenkverletzungen zusammen, um den Schaden am Bewegungsapparat bei einer Verletzung so gering wie möglich zu halten.
Diese Maßnahmen sollten schnellstmöglich mach Verletzungseintritt von dem Sportler durchgeführt werden, sind jedoch keine abschließende Versorgung oder Therapie, sondern die vorläufige Erstversorgung einer leichten Verletzung. Oft ist der Weg zum niedergelassenen Arzt oder in die Ambulanz eines Krankenhauses sinnvoll.

  • Pause: Sofort nach der Verletzung sollte die Betätigung eingestellt werden. Das betroffene Körperteil sollte ruhiggestellt und weitere Belastung vermieden werden.
  • Eis: Durch Kühlung des betroffenen Körperteils mit geeigneten Kühlmitteln wird eine Verengung der Blutgefäße erreicht. Blutungen und Schwellungen werden vermindert. Der Stoffwechsel im Gewebe wird durch die Kühlung verlangsamt, ein Gewebeschaden breitet sich dadurch langsamer aus.
    Des Weiteren lindert die Kälte den Schmerz in der betroffenen Körperregion. Die Kühldauer sollte nicht länger als 10 Minuten sein, um einen „Nachheizeffekt“ des gekühlten Gewebes zu vermeiden. Dieser Effekt würde zu unverhältnismäßig hohem Stoffwechsel nach der Kühlung führen und wäre somit kontraproduktiv. Beim Kühlen mit Eis muss der direkte Hautkontakt durch Unterlegen eines Handtuchs vermieden werden, um keine Hautverletzungen zu provozieren.
    Es dürfen gerne mehrere Kühlperioden pro Tag sein.
  • C(K)ompression: Ein umgehend angelegter Kompressionsverband verlangsamt die Ausweitung von Blutungen und Schwellungen. Achtung: Der Druckverband sollte die Zirkulation von Blut und Lymphe im betroffenen Gewebe nicht komplett unterbinden!
  • Hochlegen: Das verletzte Körperteil sollte hochgelagert werden, wenn möglich über Herzhöhe. Dadurch wird der Rückfluss des Blutes verbessert bzw. der tatsächliche, statische Blutdruck an der Verletzung verringert. Die Schwellungen und die damit verbundenen Schmerzen verringern sich. Es dringt weniger Blut in das umliegende Gewebe.

Zur Behandlung von Muskelkrämpfen ist die Kühlung ungeeignet, obwohl Pause und Hochlegen zu einer Schmerzlinderung und Regenerierung beitragen können. Während der Pause sollte circa ein halber Liter Wasser getrunken werden, um einem der Hauptgründe von Muskelkrämpfen – der beginnenden Dehydrierung – entgegenzuwirken.