Trockenheit: Stress für Gehölze und Menschen

Durchdringende Bewässerung in einem Baumschulquartier. (Foto: Landesverband Westfalen-Lippe)

Hagen. Bäume und Sträucher leiden unter der andauernden Trockenheit in Westfalen-Lippe ebenso wie Feldfrüchte, Nutztiere und die Natur. „Für uns bringt die Trockenheit viele Sorgen“ erklärt Wolf Dieter Giesebrecht, Lünen, Vorsitzender des Landesverbandes Westfalen-Lippe im Bund Deutscher Baumschulen e.V. mit 50 Mitgliedsbetrieben. „Abgesehen vom mangelnden Zuwachs unserer Pflanzen in der Höhe und der Dicke der Stämme, nach der wir letztendlich bezahlt werden, ist vor allem die Beschaffung von Entnahmerechten für Wasser unser größtes Problem“ bringt der Baumschuler die Probleme der Branche auf den Punkt. Das für Entnahmerechte bezahlt werden muss, ist für den Baumschuler selbstverständlich. Natürlich bedeuten diese Gebühren auch mehr Kosten für die Kultur von Bäumen und Sträuchern. Der bürokratische Aufwand ist riesig und die Verfahren dauern lange. Das eigentliche Problem sind laut Giesebrecht aber das mangelnde Verständnis und das oft mangelnde Fachwissen über Bäume und Gehölze. „Es wird einfach gepflanzt, oft fehlt bereits das Grundlagenwissen, wie man ein Gehölz richtig auswählt und pflanzt. Von der späteren Pflege einmal ganz zu schweigen“.

Wie wichtig Bäume und Sträucher für Menschen sind, zeigen nicht zuletzt die Temperaturen der letzten Monate: Ohne Gehölze gäbe es kaum Schatten in Städten und Dörfern, Gehölze produzieren Sauerstoff, sie binden Feinstaub und sorgen durch die Verdunstung von Wasser auch noch für eine höhere Luftfeuchtigkeit und niedrigere Temperaturen in ihrem Umfeld. „Bäume und Sträucher werden von den meisten Menschen als selbstverständlicher Teil ihrer Umgebung betrachtet. Ich denke, dass es deshalb bei den meisten Menschen an Verständnis und Wertschätzung für diese Pflanzen fehlt. Und das macht uns in diesem Jahr besonders zu schaffen“, meint Wolf Dieter Giesebrecht. Hinter seinem Verband in Westfalen-Lippe verbergen sich ausschließlich inhabergeführte Familienbetriebe.