Überfall am Geldautomaten

Schwerte. (NO) Eine Polizeimeldung von vielen. Wieder ein Raub am Geldautomaten. Man hat sich schon fast daran gewöhnt. „15. 02. 2014, gegen 13.30 Uhr, ein Raubdelikt an einem Geldautomaten an der Kuhstraße in Schwerte. Eine 42-jährige Schwerterin beabsichtigte mit ihrer EC-Karte Geld abzuheben. Bei diesem Vorgang wurde sie von zwei ca. zwölf- bis 15-jährigen weiblichen Personen vermutlich südosteuropäischer Herkunft mittels Vorhalten eines Blatt Papiers abgelenkt. Als dies nicht gelang, hielten die Jugendlichen die Geschädigte an den Armen fest und veranlassten die Ausgabe von 200 Euro Bargeld aus dem Geldautomaten. Danach flüchteten die Täterinnen mit dem Geld. Die Frau wurde bei der körperlichen Auseinandersetzung leicht verletzt.“

So stand es vor einigen Wochen in der Pressemitteilung der Polizeibehörde Unna. Mittlerweile wurden die Täterinnen gefasst. Doch für das Opfer, Silke Bruns, ist die Angelegenheit damit noch lange nicht erledigt. Denn die Straftat hat ihr Leben aus der Bahn geworfen.

„Zunächst einmal möchte ich darauf hinweisen, dass von einer leichten Verletzung nicht die Rede sein kann“, stellt die Westhofenerin klar. Nach dem Überfall und der polizeilichen Aufnahme bin ich mit meinem Lebensgefährten zum Marienhospital gehumpelt und der Notdienst hat, allerdings ohne mein Bein anzuschauen oder zu berühren, die Diagnose gestellt, dass ich Prellungen hätte und gab mir ein Rezept für Schmerzmittel.“

Schweißausbrüche

Silke Bruns weiter: „Es wäre schön, wenn ich nur diese Folge davongetragen hätte. Aber die Realität sieht anders aus. Ich haben einen Kreuzbandriss und einen Bruch des Schienbeinkopfes. In knapp drei Wochen erfolgt nach harter Therapie die OP. Aber noch viel schlimmer sind die psychischen Folgen dieser Tat. Ich kann seitdem nicht mehr alleine auf die Straße gehen. Wenn mir südosteuropäisch aussehende Menschen begegnen, bekomme ich Schweißausbrüche und Panik. Aus diesem Grund gehe ich zur Trauma-Ambulanz nach Aplerbeck.“

Kündigung

Es kommt noch dicker. Silke Bruns: „Zum krönenden Abschluss bekam ich nach vier Wochen Kranksein von meinem Arbeitgeber die Kündigung. Es ist echt traurig, dass so ein paar Minuten dieser Tat mein ganzes Leben durcheinander gebracht haben. Positiv zu erwähnen ist, dass sich die Volksbank Schwerte vom ersten Tag vorbildlich um mich gekümmert hat, und auch medizinisch wurde ich bis jetzt gut betreut.“

Abschließend wünscht sich die Westhofenerin: „Ich würde mich freuen, wenn weiterhin über Vorfälle dieser Art berichtet wird, um andere Menschen feinfühliger und sensibler für dieses Thema zu machen. Ich habe immer das Gute im Menschen gesehen. Das ist seit dem 15. Februar anders – leider!“

Wieder frei

Wie bereits berichtet, hatten die Polizeibeamten bei der Fahndung nach den Klau-Mädchen mittels Videoaufnahmen Erfolg. Eine der Täterinnen wurde allerdings wieder frei gelassen. Dabei handelt es sich um eine der Polizei gut bekannte Zwölfjährige, die noch nicht strafmündig ist. Die Polizei geht davon aus, dass Minderjährige südosteuropäischer Herkunft zielgerichtet angelernt werden, um Straftaten wie die geschilderte zu begehen. Hier sind professionelle, überregional organisierte Banden im Spiel, die das „Spielchen“ so lange spielen, bis die Kinder strafmündig werden.