Verschenktes Potential: Aus dem Wuckenhof lässt sich mehr machen

Der Wuckenhof bietet viel ungenutztes Potential. Möglichkeiten zeigt ein Prüfantrag mit Nutzungskonzept auf, den die SPD beim Verwaltungsrat eingereicht hat. Hier Angelika Schröder, Heinz Haggeney, Andreas Roters und Ursula Meise (v.l.) beim Ortstermin.
Der Wuckenhof bietet viel ungenutztes Potential. Möglichkeiten zeigt ein Prüfantrag mit Nutzungskonzept auf, den die SPD beim Verwaltungsrat eingereicht hat. Hier Angelika Schröder, Heinz Haggeney, Andreas Roters und Ursula Meise (v.l.) beim Ortstermin. (Foto: Norbert Fendler)

Schwerte. (NO) Der Wuckenhof könnte ein Schmuckstück sein. Das historische Gebäude und der Platz drumherum, innerstädtisch gelegen und doch leicht entrückt, bieten sich geradezu an für eine Nutzung, die weit über die jetzige hinausgehen könnte.

„Gehört Verwaltung in so ein tolles Gebäude?“, fragte rhetorisch die SPD-Fraktionsvorsitzende Angelika Schröder in dieser Woche bei einem Ortstermin. Anlass war ein Prüfantrag mit einem Nutzungskonzept, den die SPD beim Verwaltungsrat für die Sitzung am 2. Juli eingereicht hat.

Perle in der Perlenkette

Im Wuckenhof sind derzeit das Stadttourismusbüro und das Kulturbüro im KuWeBe untergebracht. Die Büronutzung ist eigentlich viel zu schade für den herausragenden Standort. Denn das historische Bauwerk mit seinem ansprechenden Umfeld könnte auf der Achse Altes Rathaus / Museum hinunter zur Rohrmeisterei stadtbildprägende Bedeutung erlangen. „Eine Perle in einer Perlenkette“, sagte Andreas Roters und bezog sich dabei auf die Verbindung zwischen dem künftigen St. Viktor-Ensemble, dem Markt, der Rohrmeisterei und der Werkstattgalerie Javana. Und mittendrin: der Wuckenhof.

Gastronomie

Der SPD schwebt eine professionelle gastronomische Nutzung vor – keine Konkurrenz zu den umliegenden Gaststätten, sondern eine Bereicherung unter besonderer Berücksichtigung der sensiblen Nachbarschaft. Zu prüfen sei, ob gegebenenfalls auch das Kellergewölbe für eine Nutzung einbezogen werden kann. Naheliegend wäre der Betrieb der Gastronomie durch eine kulturaffine Pächterin oder einen kulturaffinen Pächter.

Öffentliche Werkstatt

Schwerte kann auf eine vielfältige Kulturszene verweisen. Mit einer „Öffentlichen Werkstatt“ könnten Künstlerinnen und Künstler im Wuckenhof die Möglichkeit erhalten, ihre Werke zu präsentieren und hier gewissermaßen unter den Augen der Bürgerinnen und Bürger zu arbeiten. „Ateliers auf Zeit“ könnten gegen geringe Gebühren zur Verfügung gestellt werden.

Lesungen, Musik, Vernetzung

Der Wuckenhof könnte nach Vorstellungen der SPD auch den Instituten im KuWeBe als Labor wertvollen Raum für die Entwicklung der eigenen Leistungen bieten – beispielsweise als Raum für Lesungen mit musikalischer Begleitung durch die benachbarte Musikschule oder als Forum für die Erprobung und Entwicklung neuer Vernetzungs-Formate zwischen städtischen Gruppen und Akteuren.

Die SPD sieht in der Verknüpfung dieser Nutzungen die Chance, „diesen herausragenden Identifikationspunkt der Stadt mit Leben zu füllen und zugleich die kulturelle und künstlerische Vielfalt Schwertes zu stärken und diese an prominenter Stelle sichtbar zu machen.“

Letztendlich geht es der SPD in ihrem Prüfantrag darum, auszuloten, was möglich ist am Wuckenhof und eine positive Entwicklung einzuleiten. Das Konzept könnte sich selber tragen, hofft die SPD, zudem könnten aller Voraussicht nach aber auch Fördermittel abgerufen werden.