Viel zu viel Gülle: Grüne fordern mehr Kontrolle

Schwerte. Aus aktuellem Anlass nehmen die Grünen in Schwerte Stellung zum Ausbringen von Gülle. Sie fordern sie eine Kontrolle der Düngung und ein Verbot des Einsatzes von Antibiotika in der Tierhaltung. Zudem werden Bürger gebeten, Gülletransporter im Auge zu behalten. Hier der Wortlaut der Stellungnahme:
„Alle Jahre wieder steht die Düngezeit an. Wir werden sie mit dem typischen Duft der Landluft mitbekommen. Dass die Felder gedüngt werden, ist kein Problem, aber wie und in welchem Ausmaß, sollte uns vor allem im Wasserschutzgebiet zu denken geben.
Durch industrielle Massentierhaltung fällt sehr viel Düngemittel an. Es ist so viel, dass die vorhandenen Felder eigentlich nicht mehr ausreichen und Dünger nicht gekauft, sondern verkauft werden muss. So passiert es, dass Güllelaster aus den Niederlanden ihren Mist auf unseren Feldern los werden“.

Gefahr durch multiresistente Keime

„Zum einen ist bei Pflanzen und Böden wie bei uns Menschen Nahrung gut und wichtig, aber zu viel hat üble Folgen. So ist zu viel Dünger schlecht für die Artenvielfalt und auch für die Bodenqualität. Zum anderen ist die Qualität des Düngers ein Problem. Die Ausscheidungen der Tiere enthalten auch Krankheitserreger. Durch provisorische Hinzugabe von Antibiotika entstehen Multiresistente Keime, welche für uns Menschen eine erhebliche gesundheitliche Gefahr darstellen.
Desweiteren bleibt die Gülle nicht auf dem Feld, sondern sickert in Grundwasser und unsere Ruhr. Dort sind zum einen die Keime, die ins Wasser gelangen, eine gesundheitliche Gefahr für Mensch und Tier, aber auch die Überdüngung der Wasserpflanzen ein Problem für die Artenvielfalt.“

Grüne wollen Kontrolle

Weiter heißt es in der Stellungnahme: „Deshalb wollen wir Grüne, dass es eine Kontrolle über die Düngung der Felder gibt und der Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung gestoppt wird. Aus unserer Sicht ist das Problem, dass es zu viel Gülle gibt, nur durch eine Verringerung der Produktion und damit dem Ende der Industriellen Massentierhaltung zu lösen. Wir bitten die Bevölkerung; Bilder von Gülletransportern zu machen und diese der Landwirtschaftskammer (unna@lwk-nrw.de) zu senden. So kann ein erster Schritt auf dem Weg zu wirksamen Kontrolle gegangen und das Trinkwassergewinnungsgebiet Ruhr geschützt werden.“