Villigst: Lebensgefahr auf dem Weg zur Schule

Rote-Haus-Straße: ein verdreckter und völlig ungesicherter Straßenrand, keine Beleuchtung und starker Autoverkehr – ein sicherer Schulweg sieht anders aus. Anwohner des Gewerbegebiets an der Alfred-Klanke-Straße sorgen sich um ihre Kinder und fühlen sich von der Stadt Schwerte allein gelassen. (Foto: Norbert Fendler)

Villigst. (NO) „Das soll ein sicherer Schulweg sein? Lebensgefährlich ist das hier!“, schimpft Heinrich Niestroy, ansässig im Villigster Gewerbegebiet an der Alfred-Klanke-Straße angesichts der Verkehrsituation an der Rote-Haus-Straße. Nicht minder unsicher ist die Einmündung zum Gewerbegebiet, das immer noch einer großen Baustelle gleicht.

„Unhaltbare Zustände“

Mit seiner Wut über „unhaltbare Zustände“ steht Niestroy, Inhaber eines Haus- und Grundstücksservices, nicht allein. Etliche Mitanwohner sorgen sich um ihre Kinder – besonders angesichts des beginnenden Winters. „Wenn ich daran denke, dass meine Tochter beim Weg zur Schule und zurück bei schlechtem Wetter, Schnee und Eis am völlig ungesicherten Straßenrand der Rote-Haus-Straße entlang laufen muss, wird mir ganz anders“, bekennt eine Anwohnerin, die ihren Namen hier nicht nennen möchte.

„Abgeschnitten“

„Wir sind hier regelrecht von der Umwelt abgeschnitten“, sieht sich Heinrich Niestroy, der mit seiner Familie seit rund sechs Jahren im Gewerbegebiet an der Alfred-Klanke-Straße ansässig ist, mit seinen Sorgen allein gelassen und hat die Stadt Schwerte im Visier. „Gewerbesteuer dürfen wir zahlen, aber keiner will etwas für uns tun!“ Wobei anzumerken ist, dass für das Gewerbegebiet zwar die Technische Wirtschaftsförderung Schwerte (TWS) zuständig ist, für die Rote-Haus-Straße bis zur Bachstraße hinunter jedoch die Straßenmeisterei Dortmund.

Schutzlos

Unzumutbar bleibt die Situation so oder so. Heinrich Niestroy: „Kinder, aber auch Azubis und Angestellte ohne Auto müssen zwangsläufig den Seitenstreifen der Rote-Haus-Straße benutzen, wenn sie in Richtung Schwerte und zurück wollen. An der Einmündung zur Rote-Haus-Straße enden ein paar Meter Bürgersteig im Nichts. Ein Gehweg ist praktisch nicht vorhanden, oft ist der Seitenstreifen zugewachsen und verdreckt. Nicht einmal Leitplanken werden uns als Schutz zugestanden! Eine Beleuchtung ist auch nicht vorhanden.“ Sicherheitshalber bringt das Ehepaar Niestroy ihren 13-jährigen Sohn lieber mit dem Auto zur Bushaltestelle in Richtung Schwerter Innenstadt.

Sicherer Schulweg?

Eine Anwohnerin ergänzt: „Schauen sie mal hinunter Richtung Bahnbrücke, wo das Blitzgerät steht. Nicht nur, dass die Autos hier trotzdem mit oft wahnwitziger Geschwindigkeit herunterbrausen, die Senke läuft bei Regenwetter mit Wasser voll und ist im Winter vereist, so das die Kinder auf die Straße ausweichen müssen. Und das ganze wird von der Stadt ganz offiziell als sicherer Schulweg ausgewiesen, das kann doch nicht sein!“

Keine Alternativen

Der kleine Fußweg, der von der Stadt Schwerte von der Alfred-Klanke-Straße hinunter zur Rote-Haus-Straße gebaut wird – wenn nicht gerade Kanalverlegearbeiten durchgeführt werden – entschärft das Gefahrenpotential nicht wirklich.

Auch die Nutzung des Fußwegs im Grünen oberhalb des Gewerbegebiets, der zum Friedhof führt und nur von dort aus in Richtung Winkelstück asphaltiert ist, ist zur Nutzung nur bedingt geeignet. „Bei Dunkelheit für Kinder und besonders Mädchen oder Frauen viel zu gefährlich!“, befindet eine Anwohnerin.

Hoffen auf Unterstützung

„Hier muss endlich mal etwas geschehen“, hofft Heinrich Niestroy auf Unterstützung von Seiten der Stadt Schwerte. „Die können uns doch hier nicht einfach versauern lassen!“