Von Liebe und Genickbruch

Villigst. (NO) Buchautor, Ausstellungsmacher, Lyriker, Musiker, Dozent, Referent und nicht zuletzt Spezialist in Sachen Lebenskunst und Liebeslust – Torsten Reters hat sich im Laufe der Jahre auch weit über Schwerte hinaus nahezu Promi-Status erworben. Vor kurzem erst war er mit einem Vortrag unter anderem in Leipzig zu Gast.

Dr. Torsten Reters, 47, hat sich als Autor und Referent in Sachen Leben, Liebe und Partnerschaft profiliert. Gerade hat er ein neues Buch über den Wandel der Liebesvorstellungen in der Geschichte in Angriff genommen und möchte zudem seine alte Band „Genickbruch“ in digitaler Form wieder auferstehen lassen. (Foto: Norbert Fendler)

Der Doktor der Soziologie, 1964 in Schwerte geboren, ist mit Ehefrau Nicola und Sohn Niklas, 7, in Villigst ansässig und entspricht mit seiner jugendlich-sportlichen Erscheinung so gar nicht dem Bild des Wissenschaftlers. Der er jedoch ist. Nach seiner Promotion im Jahr 1997 zum Thema „Liebe, Ehe und Partnerwahl zur Zeit des Nationalsozialismus – soziologische Analysen der Liebenssemantik in Film, Schlager, Oper und Literatur“ hat der 47-Jährige etliche Fachbücher veröffentlicht, so „…bis der Tod uns scheidet? Liebe, Ehe und Partnerwahl als sozio-historisches Bindungsproblem“ (1991), „Die Schule der Ausschweifung – Arbeitsskizzen zu einer Geschichte der sexuellen Phantasien“ (1991), „Das geheimnisvolle 1 x 1 der Liebe – eine kleine Akademie des Liebens und der Partnerschaft“ (1998), „Liebe zwischen Flirt und Partnerschaft – Ein kleiner Ratgeber“ (2001), „Wie unsere Liebe gelingt? – Soziologische Betrachtungen der Zweisamkeit“ (2004). Die letzte Veröffentlichung von 2010 trägt den Titel “Wie dein Leben gelingt – Eine psychologische Pannenhilfe“.

Gerade hat der Spezialist in Sachen Liebe, Leben, Partnerschaft ein neues Buchprojekt eingestielt. Ansonsten tourt der Freiberufler als Vortragsreisender im Dienste der Erwachsenenbildung durch die Lande, jetzt allerdings ist Sommerpause. Gelegenheit, Dr. Torsten Reters nach seinen beruflichen Aktivitäten und neuen Plänen für die Zukunft zu befragen.

Dr. Reters, wer bucht Sie für Vorträge?

Zu 90 Prozent Volkshochschulen, Bildungsinstitute und Kirchenkreise.

Wer besucht ihre Veranstaltungen?

Viele Singles, ansonsten geht es quer durch die Bank, auch altersmäßig. Bemerkenswert ist allerdings, dass etwa zwei Drittel des Publikums oder mehr Frauen sind.

Worum geht es Ihnen bei den Vorträgen, was will das Publikum erfahren?

Viele kommen natürlich, um ganz handfest zum Beispiel mehr über Chancen und Grenzen beim Flirt oder auch über Partnerschaftskonflikte zu erfahren. Mir geht es als Soziologe darum auszuarbeiten, was Liebe eigentlich ist – historisch, psychologisch, biologisch. Ich will Chancen und Grenzen aufzeigen, Ideale hinterfragen, dazu anregen, sich und den Partner realistisch einzuschätzen und Schablonen zu durchschauen. Liebe ist heutzutage eine komplizierte Angelegenheit geworden, viel schwieriger als früher, als zum Beispiel die Liebesheirat überhaupt nicht vorgesehen war. So gesehen, haben wir auch viele Vorteile verschenkt, heute muss man alles selber machen… Partnerschaften sind kompliziert geworden. Da fällt mir ein Spruch von Woody Allen ein: „Die Ehe ist der lebenslange, hoffnungslose Versuch, ein Problem gemeinsam zu lösen, das man allein nicht hätte – oder so…“

Dr. Reters, arbeiten Sie an neuen Projekten?

Mit meinem bewährten Ausstellungspartner Wolfgang Hoffmann werde ich September in Iserlohn die Ausstellung „Kleiner Mann, was nun? – Zum Untergang der Weimarer Demokratie in Kultur und Alltag“ in Iserlohn präsentieren. Auch auf musikalischer Ebene tut sich wieder was. Ich möchte meine alte Band „Genickbruch“ (Reters war 1981/’82 Mitgründer in Schwerte, Anm. d. Red.) digital wieder auferstehen lassen: Cassettenaufnahmen auf CD spielen und Videos auf DVD aufnehmen. Möglicherweise könnte man ja auch die Band zu einem Revival wieder zusammenbringen und dabei das neue Material im Rattenloch präsentieren.

Haben Sie auch ein neues Buch in Arbeit?

Der 1998 verstorbene Soziologe und Gesellschaftstheoretiker Niklas Luhmann hat mal ein sehr, sehr wissenschaftliches Buch über Liebe als Passion, den Wandel der Liebesvorstellungen vom Mittelalter bis zur Neuzeit, geschrieben. Ich habe vor, nach diesem Ansatz ein neues Buch in popularisierter Form zu schreiben, so etwa nach dem Motto „Von der Minne bis zum Internet“. Das soll ein durchaus unterhaltsamer, amüsanter Lesestoff sein, aufgelockert mit Anekdoten und Geschichten. So wie der Sommer im Moment aussieht, dürfte die Arbeit daran recht schnell voran gehen…

Für eine kleine Verlosung hat Dr. Torsten Reters dem wochenkurier drei Exemplare seines (wissenschaftlichen) Buchs „Wie unsere Liebe gelingt?“ zur Verfügung gestellt.

Einfach eine Postkarte mit Namen, Anschrift und dem Stichwort „Liebe“ versehen und diese bis zum 28. Juli 2011 an den

wochenkurier
Friedensstraße 36
58239 Schwerte

schicken. Die Gewinner werden in der nächsten Ausgabe veröffentlicht.

Viel Glück – auch in der Liebe!