Waffenarsenal in Schwerter Privathaus ausgehoben

Schwerte. Das bisher wohl größte private Waffenarsenal Deutschlands wurde am Dienstag in Schwerte ausgehoben. Mehr als 600 Gewehre und Pistolen sowie 2,2 Tonnen unterschiedlichster Munition lagerte ein 54-jähriger Mann aus Schwerte in seinem Einfamilienhaus in einer Wohnsiedlung unweit der Autobahn 1. Der Beschuldigte, der bereits vor 13 Jahren seine Waffenhandelsgenehmigung verloren hatte, wickelte unter Ausnutzung der gültigen Handelsgenehmigung eines Freundes grenzüberschreitende Waffen- und Munitionsgeschäfte ab.

Bei der Hausdurchsuchung im Auftrag der Staatsanwaltschaft Hagen am trauten die Ermittlerinnen und Ermittler vom Zollfahndungsamt aus Essen ihren Augen nicht. Die ersten Gewehre standen bereits in der Flurgarderobe. In Wohnzimmer und Küche lagen Waffen auf den Tischen und auf dem Boden, im Keller versperrten Waffen den Weg zur Waschmaschine.

Die wenigen Waffen- und Munitionsschränke waren hoffnungslos überfüllt. Munition stapelte sich im ganzen Haus, vornehmlich jedoch in Schwerlastregalen im Keller. Der überwiegend Teil der sichergestellten scharfen Munition lagerte in unmittelbarer Nähe zur Ölheizung des in einem Wohnviertel stehenden Einfamilienhauses.

Veräußert hatte der Schwerter die Waffen nach Stand der derzeitigen Ermittlungen an autorisierte Empfänger im In- und Ausland. Das Haus, das zeitweise für unbewohnbar erklärt wurde, musste nachts von den Fahndern gesichert und bewacht werden. Die Ermittlungen dauern an.