Wandhofener Friedhof: Brief an die Fraktionen

Wandhofen. (NO) Die geplante Schließung des Wandhofener Friedhofs bleibt ein heiß diskutiertes Thema. Dieter Schmikowski, Sprecher der Dorfgemeinschaft Wandhofen, hat sich der Sache angenommen. Am Mittwoch holte er in Andreas Wölms Haarstudio A+M eine Unterschriftenliste ab. Rund 300 Bürgerinnen und Bürger haben im Laufe der letzten Wochen allein dort unterzeichnet – in der Hoffnung, „ihren“ Friedhof doch noch zu retten.
„Hier sind Tränen geflossen, viele Menschen zeigten sich emotional sehr bewegt und leisteten gern ihre Unterschrift“, wusste Andreas Wölm dem Dorfgemeinschaftssprecher zu berichten. „Gerade viele Ältere sagten, dass sie in Wandhofener Erde beerdigt werden wollen. Und viele Menschen haben ihre ganze Familie auf dem Wandhofener Friedhof liegen und sind davon ausgegangen, ebenfalls dort beigesetzt zu werden. Dass das nicht mehr möglich sein soll, erschüttert die Betroffenen zutiefst!“
Schreiben an die Fraktionen im Rat
Dieter Schmikowski hat jetzt ein Schreiben an die Fraktionen im Rat geschickt – Überschrift: „Zukunft des Wandhofener Friedhofs“ steht. Darin heißt es:

„Die Verunsicherung in der Wandhofener Bevölkerung ist sehr groß und wächst von Tag zu Tag, nachdem bekannt geworden ist, dass es Pläne gibt, den Friedhof in Wandhofen zu schließen und die Trauerhalle abzureißen. Die Bürger sind verunsichert durch fehlende Informationen, die dringend gegeben werden müssten.
Bereits im Jahr 2011 haben die Wandhofener den Plan, die Trauerhalle abzureißen, mit sehr großer Mehrheit abgelehnt. Auch im Jahr 2016 hat sich an der Meinung der Wandhofener nichts geändert. Im Gegenteil, immer mehr Wandhofener fordern den Erhalt des Friedhofes und der Trauerhalle, wie die Unterschriftenlisten, die von der Dorfgemeinschaft ausgelegt wurden, eindeutig belegen.
Für uns Wandhofener ist unser Friedhof ein ganz besonderer Ort. Die Bedeutung des Friedhofs als Ruhestätte, Ort der Trauerbewältigung, Erholungs-und Lebensraum soll und muss in Wandhofen erhalten bleiben. Trauernde finden hier einen geschützten Ort, um sich von den Verstorbenen zu verabschieden und ihrer zu gedenken.
Wir möchten Sie bitten, bevor Sie hier eine Entscheidung treffen, die Bürger an der Entscheidung über die Zukunft des Friedhofes zu beteiligen und diese auf einer Bürgerversammlung umfassend zu informieren.
Die Dorfgemeinschaft hat sich mit Alternativen, die dem Erhalt des Friedhofes und der Trauerhalle dienen sollen beschäftigt und kommt zu folgenden Erkenntnissen, die wir Ihnen wie folgt vorschlagen:
Gegen eine sinnvolle Verkleinerung von Friedhofsflächen, die noch nie für eine Bestattung genutzt wurden, wäre nichts einzuwenden, wenn der Friedhof weiter für Bestattungen geöffnet bleibt. Es wäre möglich, Überhangsflächen auch anderweitig zu nutzen. Möglichkeiten gäbe es hier genug.
Auch die Trauerhalle sollte erhalten bleiben und müsste nur einer privaten Trägerschaft wie einem Verein oder Institution zugeführt werden. Für die Halle gäbe es sicherlich eine Vielzahl von Nutzungsmöglichkeiten. Angefangen bei Trauerfeiern, auch für Bestattungsunternehmen, die keine eigenen Räume für Trauerfeiern vorhalten können, bis hin zu privaten Veranstaltungen von Vereinen und Institutionen sowie der Dorfgemeinschaft, um nur einige Möglichkeiten zu benennen. Über eine Nutzungsänderung bzw. Nutzungserweiterung müsste dann nachgedacht werden. Es gibt noch viele Alternativvorschläge, die bei einem Erhalt des Friedhofes und der Trauerhalle greifen könnten. Die Dorfgemeinschaft ist gerne bereit, sich hier voll einzubringen.“
Dieter Schmikowskis Schreiben an die Fraktionen im Rat der Stadt Schwerte schließt mit den Worten: „Bitte erhalten Sie uns den Friedhof und die Trauerhalle.“
Bürgerversammlung geplant
Zum Thema „Wandhofener Friedhof“ soll eine Bürgerversammlung einberufen werden. Das wünscht sich die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Schwerte und hat einen entsprechenden Antrag an den Ausschuss für Infrastruktur, Stadtentwicklung und Umwelt gestellt. Der AISU soll sich auf seiner Sitzung am Dienstag, 17. Januar, mit dem Thema beschäftigen und die Verwaltung beauftragen, eine Bürgerversammlung einzuberufen.