Wenn aus Wünschen und Worten ein Drehbuch wird

Schwerte. (NO) Wieder lachen können
In Ruhe und Frieden mit dem Nachbarn leben
Studium, Abitur
Biologin, Polizist, Politiker werden
Einen Beruf finden, der Spaß macht
Ein Wiedersehen mit der Familie
Du fragst nach der Sprache unserer Wünsche
Die ist vielfältig und bunt
So bunt wie das Leben
Diese Worte hat der Schwerter „Flusspoet“ aufgeschrieben, doch das kleine
Gedicht hat viele Autoren: Gesamtschüler und Flüchtlinge, die auf der Suche nach
einer gemeinsamen Sprache, einem Lebensentwurf sind. Jugendliche, deren Träume
und Wünsche sich kaum unterscheiden. Sie haben sich in einem Workshop
zusammengefunden, um auf gleicher Augenhöhe kreativ zu arbeiten.
Berührungsängste waren in kürzester Zeit verflogen.
Vollzeitprogramm
„Die Sprache unserer Träume“ heißt der Workshop, der in dieser Woche an fünf
erlebnisreichen Tagen in der VHS stattfand. Ein Vollzeitprogramm auch für den
Schwerter Poeten Thorsten Trelenberg, der jeden Abend nach den gemeinsamen
„Sessions“ das Erlebte und Erdachte in Texten kondensieren ließ, vielstimmige
Eindrücke in Form brachte. Den kreativen Faden spannen wiederum die jungen
Flüchtlinge und Gesamtschüler am nächsten Tag weiter – sie entwickelten neue
Ideen, gingen in Schwerte auf Entdeckungsreise, machten Fotos und setzten das so
Erlebte mit professioneller Unterstützung in Filmclips um. Dabei machten sie
sich ganz nebenbei mit den Möglichkeiten der Sprache vertraut.
Begegnung auf Augenhöhe
Initiatoren des Projekts „Die Farbe unsere Träume“ vor Ort sind der Kultur-
und Weiterbildungsbetrieb (KuWeBe), der den Beteiligten die Räumlichkeiten in
der VHS zur Verfügung stellte, die Gesamtschule Gänsewinkel und das Wohnprojekt
„Wellenbrecher“, das unbegleiteten, jungen Geflüchteten ein Zuhause in Schwerte
bietet. Acht Jugendliche aus dem Wellenbrecherhaus nahmen am Kreativprojekt
teil, begleitet vom Sozialarbeiter Torsten Einecke, sechs aus der Gesamtschule.
Gefördert wurde das Projekt vom Bundesministerium für Bildung und Lernen.
Vom Wort zum Film
Auf Grundlage der gemeinsam erstellten Geschichten wurden mit Unterstützung
des Medienpädagogen Rudolf Gier-Seibert Spielszenen und dokumentarische
Sequenzen gefilmt. Wie das Schnittprogramm funktionierte, hatten die
Jugendlichen mit ein wenig Hilfe schnell raus. Und einer der jungen Geflüchteten
komponierte dazu sogar Filmmusik – zum ersten Mal in seinem Leben.
Ehrenamtlicher Projektbegleiter war Jan van Nahuijs, Künstler und Besitzer der
Werkstattgalerie Javana.
Filmvorführung
Herausgekommen beim Projekts „Die Sprache unserer Träume“ ist nun ein Film,
in den alle kreativen Impulse der jungen Beteiligten eingeflossen sind. Die
Präsentation findet am Freitag, 28. Oktober, ab 19 Uhr in der Werkstattgalerie
Javana oberhalb der Rohrmeisterei statt. Alle Schwerter sind eingeladen.