Wohnheim für psychisch Kranke

Schwerte. Ein Wohnheim für Menschen mit einer psychischen Behinderung könnte auf dem Gelände des Rathauses II entstehen. Über entsprechende Planungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) informierten jetzt Referatsleiter Klaus Stahl und Gruppenleiterin Marlies Preising in der LWL-Abteilung Krankenhäuser und Gesundheitswesen die Mitglieder des Ältestenrates in nichtöffentlicher Sitzung.

Ausdrücklich stellten die Vertreter des LWL klar, dass es sich bei dem beabsichtigten Wohnheim ausschließlich um eine Einrichtung für Menschen mit psychischen Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen oder Borderline-Syndrom, handelt. Die Unterbringung von Menschen aus der forensischen Psychiatrie wird ausdrücklich ausgeschlossen.

Nach den Planungen des Landschaftsverbandes soll ein Wohnheim mit 24 stationären Plätzen, teilweise für Rollstuhlfahrer, auf dem Gelände des Rathauses II entstehen. Die Konzeption des Wohnheims sieht Unterstützungsangebote, wie Einzel- und Gruppengespräche zum Wiedererwerb lebenspraktischer Tätigkeiten, darüber hinaus interne Tagesstruktur- einschließlich Freizeitangebote mit dem Ziel der Wiedereingliederung in die Gesellschaft, vor. Der gesamte Grunderwerb, die Bauplanung sowie der damit verbundene Abriss des jetzigen Verwaltungsgebäudes und die Beantragung von Fördermitteln des Landes NRW erfolgt durch den LWL.

Zurzeit gibt es im Kreis Unna in der Kreisstadt Unna selbst sowie in Lünen insgesamt 32 Wohnheimplätze für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Auch wenn in den vergangenen Jahren im Kreis Unna ambulante Betreuungen stark zugenommen haben, so ist dennoch die absolute Zahl der stationär in Wohnheimen betreuten Personen mit rund 150 nahezu konstant geblieben. Der Bedarf an regionalen stationären Versorgungsstrukturen ist weiterhin groß.

Der LWL war bei seiner Standortsuche im Kreis Unna an die Stadt Schwerte heran getreten, weil das Gelände des jetzigen Rathauses II, das in Kürze leer gezogen wird, ideal für die Ansiedlung der geplanten Einrichtung ist: „Die Lage ist gemeindeintegriert, es gibt eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr, nahe gelegene Einkaufsmöglichkeiten und Teilnahmemöglichkeiten an sportlichen, kulturellen Veranstaltungen“, so die LWL-Vertreter. Zudem könne man in Schwerte auf eine Vielzahl bereits vorhandener Einrichtungen für den betroffenen Personenkreis, wie beispielsweise die Kontakt- und Beratungsstelle Schwerte und das ambulante betreute Wohnen verweisen.

Die anwesenden Mitglieder des Ältestenrates nahmen die Ausführungen der Fachleute des LWL zur Kenntnis. In den Fraktionen soll jetzt das geplante Vorhaben weiter erörtert werden. Am Mittwoch, 17. November, wird dann in öffentlicher Sitzung das Projekt durch den LWL in der Sitzung des Jugendhilfe- und Sozialausschusses vorgestellt und beraten.

Bürgermeister Heinrich Böckelühr erinnerte in der Sitzung des Ältestenrates an die guten Erfahrungen bei der Ansiedlung des Wohnheims für geistig behinderte Menschen auf der Schwerterheide, welches ebenfalls vom LWL betrieben wird, vor rund zehn Jahren. „Damals wie heute setzen wir auf eine frühzeitige Information der Bevölkerung und ein transparentes Verfahren“, erklärte Heinrich Böckelühr, der damit bei den anwesenden Mitgliedern des Ältestenrates auf Zustimmung stieß.